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| 14:21 Uhr

Guben
Auf dem Weg zum Familienpaten

Mitglieder des Netzwerkes Gesunde Kinder beim Familienwochenende in Grießen, unter ihnen Uwe Finn (vorn hockend).
Mitglieder des Netzwerkes Gesunde Kinder beim Familienwochenende in Grießen, unter ihnen Uwe Finn (vorn hockend). FOTO: Netzwerk Gesunde Kinder / Netzwerk
sucht weiter nach ehrenamtlichen Mitstreitern. Uwe Finn gehört zu ihnen. Netzwerk Gesunde Kinder

Zuwachs hat vor wenigen Wochen das Team des Gubener Netzwerkes Gesunde Kinder erhalten. Zehn Freiwillige beendeten erfolgreich ihre Ausbildung und können nun als ehrenamtliche Familienpaten tätig werden. Ihre kostenlose Schulung umfasste 40 Stunden und beinhaltete unter anderem die Rechte und Pflichten in der Schwangerschaft, die gesunde Ernährung, das Thema Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen sowie die sprachliche und die motorische Entwicklung.

Insgesamt gehören dem Netzwerk aktuell 30 Familienpaten an. „Wir führen einmal pro Jahr solche Schulungen durch, stets auch mit regionalen Kooperationspartnern wie Ärzten oder Ergotherapeuten“, erklärt Kathrin Lieske, die Koordinatorin des Netzwerkes. Dass immer wieder neue Mitstreiter gesucht werden, liegt auch daran, dass andere Paten dem Netzwerk nicht mehr zur Verfügung stehen, wenn sich zum Beispiel ihre familiären Verhältnisse ändern.

Dabei würde man sich im Netzwerk freuen, wenn auch der eine oder andere Mann sich zum Familienpaten ausbilden lassen würde. Denn derzeit sind die Männer nur zu zweit – und damit deutlich in der Minderheit. Einer von ihnen ist Uwe Finn. Der 57-Jährige ist bereits seit acht Jahren Familienpate und sagt von sich selbst: „Ich kann auf jede Menge Erfahrungen auf dem Gebiet der Familie zurückgreifen, habe schon Ehe, Scheidung und eine Zeit als alleinerziehender Vater hinter mir. Aktuell wohnen bei uns zu Hause drei Kinder, und ich kümmere mich um die Pflege meiner Mutter.“ Finn lernte das Netzwerk bei einer Präsentation kennen und fühlte sich damals nicht ausgefüllt. Und so entschied er sich, Familienpate zu werden.

Seitdem hat Uwe Finn drei Familien unterstützt. Er begleitet sie bei Behördengängen, fährt aber auch mit zu Wochenenden ins Familienzentrum Grießen, zu Kinderfesten im Haus der Familie oder bei der Heilsarmee. Die Zeit, die er für die Familien aufwendet, kann dabei sehr unterschiedlich ausfallen. „Bei der einen Familie bin ich vielleicht zweimal im Monat, bei der anderen fast täglich.“

Unterstützt werden die Familien von der Schwangerschaft bis zum dritten Geburtstag des Kindes. „Viele Paten und Familien halten aber auch darüber hinaus den Kontakt“, weiß Kathrin Lieske. Sie bereitet nun bereits die nächste Schulung vor, die im ersten Halbjahr 2019 starten soll. Wer sich zum Familienpaten ausbilden lassen möchte, muss mindestens 18 Jahre alt sein und ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen können. „Vor allem aber sollte er Fingerspitzengefühl für Fragen und Probleme rund um die Familie mitbringen“, so Koordinatorin Kathrin Lieske.