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Wanderung durch die Zeit
Auf dem Weg zu Jesus

Hereinspaziert! Der König lädt ein zum Passahfest  und zu einer Reise ins Jerusalem vor fast 2000 Jahren.
Hereinspaziert! Der König lädt ein zum Passahfest und zu einer Reise ins Jerusalem vor fast 2000 Jahren. FOTO: Silke Halpick / LR
Guben. Die Heilsarmee in Guben bietet in einem „Ostergarten“ Einblick in die biblische Geschichte.

Ostern ist das wichtigste Fest der Christen. Mit einem ungewöhnlichen Projekt will die Heilsarmee den Gubenern zeigen, warum Karfreitag getrauert und Ostersonntag gefeiert wird. Die letzten Tage Jesus von Nazaret im Jerusalem von 2000 Jahren werden bei einem Rundgang mit neun Stationen nachgestellt.

Die Reise beginnt auf einer Straße nach Jerusalem. „Die Menschen sind fröhlich und feiern Jesus als ihren neuen König“, erzählt Ruth Walz, Majorin der Heilsarmee. Sie ist die Reisebegleiterin auf der rund 45-minütigen Tour durch die Räume der Heilsarmee-Niederlassung in Guben. Die Wände und Decken sind mit unzähligen Tüchern verkleidet. Die Fenster in den dunklen Bereichen mit Pappkarton zugeklebt.

Dunkel ist es auch im Gefängnis. Ketten liegen auf dem Boden. Die raue Stimme eines Wärters ist zu hören, der von Kreuzigung und Sklaverei spricht. „Bei Kinderführungen lassen wir diesen Teil weg“, erklärt Wencke Wanke, Leiterin des Gubener Heilsarmeekorps. Die audiovisuelle Untermalung der Zeitreise setzt sich auf dem gesamten Rundgang fort. Die CDs stammen vom Bibellesebund und wurden im Rahmen einer Lizenz erworben.

Bereichert wird der Ostergarten durch selbst gebastelte Dekoration und Leihgaben der Landeskirche. So ist auch der Stuhl von Pontius Pilatus zu sehen. Der römische Statthalter verurteilte Jesus zum Tod am Kreuz und wusch sich anschließend seine Hände in einem Wasserbecken in Unschuld. Auch der Hahn ist zu sehen und hören, kurz nachdem Petrus seine Zugehörigkeit zu Jesus leugnete. Ein Hauptmann berichtet anschließend von der Kreuzigung und wie sich der Himmel verdüsterte und die Erde aufbrach.

Um zum Jesus-Grab zu gelangen, muss ein großer Stein zur Seite gerollt werden. „Der ist nicht so schwer, wie er aussieht“, sagt Wanke. Gefertigt ist er aus Pappmaché. Das Grab ist leer, Jesus  auferstanden – und das wird auch im als Garten gestalteten letzten Raum gefeiert. Robert Beckert von der Heilsarmee verteilt im Kostüm des Königs Segenswünsche an die Besucher.

Die Inszenierung der Ostergeschichte soll künftig jährlich zu sehen sein. „Wir gehen davon aus, dass sich das Angebot erst einmal herumsprechen muss“, sagt Wanke. Im Vorfeld wurden Flugzettel in den umliegenden Wohnhäusern in  Obersprucke verteilt. „Manch einer dachte, hier sind Ostereier im Garten versteckt“, erzählt sie.

Die Vorbereitungen für das Projekt begannen im Januar. Für die Umgestaltung aller Räume war ein voller Arbeitstag nötig. Während der Aktion sind auch keine anderen Veranstaltungen wie das Familiencafé möglich. Deshalb mussten auch Führungen für Schulklassen im Rahmen des Unterrichts abgesagt werden. Die Nachfrage war da. Doch die Ferien beginnen und enden jeweils eine Woche vor und nach Ostern.

Gruppenanmeldungen gibt es bereits vom Berliner Heilsarmee-Korps, den Baptisten sowie der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Guben.

Führungen für Einzelpersonen sind um 10 und um 17 Uhr möglich. Die letzte findet am 1. April, um 10 Uhr statt. Anmeldungen zu Gruppenführungen mit fünf bis maximal 15 Personen werden unter Telefon 03561 5449944 entgegengenommen.

Es ist dunkel – und es ist leer: das Grab von Jesu.
Es ist dunkel – und es ist leer: das Grab von Jesu. FOTO: Silke Halpick / LR