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Appelfest in den Gubiner Bergen?

Der Blick aus den Gubiner Bergen auf die Doppelstadt ist beeindruckend, befand der amtierende Bürgermeister Fred Mahro.
Der Blick aus den Gubiner Bergen auf die Doppelstadt ist beeindruckend, befand der amtierende Bürgermeister Fred Mahro. FOTO: zar
Guben. Nicht morgen, nicht übermorgen, aber irgendwann könnte das Gubener Appelfest zumindest in Teilen auch in den Gubiner Bergen gefeiert werden. Nur eine von vielen Ideen, die der Förderverein um Irmgard Schneider in der vergangenen Woche vorstellte. Daniel Schauff

Das Appelfest könnte bald nicht mehr nur in Guben gefeiert werden, sondern zumindest teilweise auch in den Gubiner Bergen. Bei einem Ausflug nach Schönhöhe war dem amtierenden Bürgermeister Gubens, Fred Mahro, die Idee gekommen. Der Blick über die Doppelstadt sei überwältigend, versicherte Mahro. Den Appelfestgästen könne man diesen Ausblick auch bieten. Shuttlebusse könnten eingesetzt werden, um die Gäste vom Gubener Dreieck nach Schönhöhe zu bringen. Nicht beim nächsten Fest, womöglich auch nicht beim übernächsten. "Das ist ein Generationenprojekt", sagte Mahro und sprach nicht nur über die Erweiterung des Gubener Traditionsfestes. Mit dem Generationenprojekt meinte er vielmehr die Wiederherstellung der Kulturlandschaft Gubiner Berge - einst fruchtbares Obstanbaugebiet, später die "grüne Lunge" der heutigen Doppelstadt, heute eine nahezu brachliegende Fläche, deren Wege überwuchert sind und die kaum noch Touristen lockt.

Das will vor allem der Förderverein zur Wiederherstellung der Kulturlandschaft Gubiner Berge ändern. Zwar auch nicht von heute auf morgen, aber die Voraussetzungen für eine Wiederbelebung der "grünen Lunge" sind bereits jetzt gegeben.

Seit 2012 hat sich der Verein dem Aufwecken der Kulturlandschaft aus dem Dornröschenschlaf am anderen Neißeufer verschrieben. Eine Studie zur möglichen Weiterentwicklung der Gubiner Berge gibt es bereits. Die hatte der Verein nur rund ein Jahr nach seiner Gründung in Auftrag gegeben und mit einer fünfstelligen Fördersumme der Deutschen Umweltstiftung teilweise finanziert. Teil der Studie war die Erfassung der Wegestruktur in den Bergen.

Viele der einstigen Wege gebe es heute gar nicht mehr, sagte Irmgard Schneider, Vorstandsmitglied im Förderverein. Diejenigen Wege, die es noch gebe, seien nicht gewartet und entsprächen nicht mehr den Ansprüchen eines anspruchsvollen Rad- oder Wanderwegs. In Parkseminaren, so die Idee des Vereins, sollen die Wege wieder in ihren alten Zustand verstetzt werden. Aus dem Gubiner Rathaus erwarte man noch eine Zustimmung, dann könne das Langzeitprojekt angegangen werden.

In den vergangenen Jahren hat sich der Verein auf die Suche nach Zeitzeugen gemacht und Interviews geführt. Das Ziel ist nicht die Neugestaltung der Gubiner Berge, sondern die Wiederherstellung. Zeitzeugenberichte seien dafür besonders wichtig, so Irmgard Schneider. Viele Interviews stehen noch an, Zeitzeugen werden weiterhin gesucht.

Auch die Diskussion um einen möglichen Wiederaufbau der Villa Wolf sieht der Verein als Möglichkeit. Engelmanns Berg etwa könne als Aussichtspunkt auf das Erstlingswerk des Star-Architekten Mies van der Rohe dienen. Irmgard Schneider betonte, dass sie die Pläne des Architekturkenners und Ex-Präsidenten des Bundesbauamts, Florian Mausbach, unterstütze und froh sei, dass auch der amtierende Bürgermeister Fred Mahro wiederholt seine Unterstützung und Zustimmung ausgedrückt habe.

Der dankte wiederum Irmgard Schneider. "Sie sind der Grund, warum wir alle hier sind", sagte er am Rande eines Expertengesprächs über die Gubiner Berge in der vergangenen Woche.