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| 14:54 Uhr

Königliche Wahl
Apfelmajestät für Guben gesucht

Apfelkönigin Lydia Günther in ihrem maßgeschneidertem Kleid auf dem Gubener Frühlingsfest.
Apfelkönigin Lydia Günther in ihrem maßgeschneidertem Kleid auf dem Gubener Frühlingsfest. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Probleme bei der Suche nach einem Nachfolger: Bisher gibt es keinen Bewerber um die Krone. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Der Countdown läuft: Noch bis zum 11. August können sich Kandidaten um das Amt der 24. Apfelkönigin in Guben bewerben. „Bislang hat sich aber kein Kandidat bei uns gemeldet“, bedauert Kerstin Geilich, Geschäftsführerin des Marketing- und Tourismusvereins (MuT) in Guben.

Die Wahl der Gubener Apfelkönigin ist mittlerweile Tradition auf dem Apfelfest in der Neißestadt. In diesem Jahr findet das Fest vom 1. bis 2. September statt. „Potenzielle Kandidaten müssen mindestens 18 Jahre alt sein und in Guben oder der Gemeinde Schenkendöbern wohnen“, erklärt Kerstin Geilich die Voraussetzungen für eine Teilnahme. „Mehr Bedingungen gibt es nicht.“ Über einen Führerschein müssen Kandidaten demnach nicht verfügen. Allerdings wäre es schön, wenn Bewerber auf ihre Heimatstadt stolz sein und ihr Engagement dafür einsetzen wollen, Guben bekannt zu machen.  

Den repräsentativen Posten können dabei seit einigen Jahren nicht nur Frauen ausüben. „Wer sich alleine nicht traut, kann sich gerne als Paar bewerben“, sagt die MuT-Geschäftsführerin und verweist auf das beliebte Wenden-Paar. „Auch Männer sind willkommen.“ Bisher habe sich bei der Wahl allerdings immer die weibliche Konkurrenz durchgesetzt.

Auf die künftige Apfelkönigin wartet ein spannendes Jahr. „Zu den ehrenamtlichen Aufgaben gehört die Repräsentation bei öffentlichen Anlässen und auf Messen - in der Region, aber auch weiter weg“, erklärt Kerstin Geilich. Eingekleidet wird die Majestät mit einer maßgeschneiderten Festrobe, die sich an der traditionellen Gubener rot-schwarzen Tracht orientieren soll. Für die Dienstfahrten wird zwar keine Kutsche, aber ein Fahrzeug zur Verfügung gestellt. Profis sorgen vor jedem Auftritt für eine standesgemäße Frisur und auch der königliche Schmuck wird für die Amtszeit gestellt. Alle Kandidaten erhalten darüber hinaus eine Porträtserie vom Fotografen.

Wer am 2. September zur Apfelmajestät gekürt wird, bestimmen die Gäste auf dem Apfelfest per Wahl. Damit sich die Festgäste ein Bild von den Kandidaten machen können, müssen sich diese im Vorfeld auf der Bühne vorstellen und einige Fragen beantworten. „Es kommen Fragen aus den Bereichen Apfel, Tourismus und Region. Darauf bereiten wir die Kandidaten aber in Schulungen vor“, beruhigt Kerstin Geilich. Oftmals sei es dabei auch zweitrangig, die Fragen korrekt zu beantworten. „Am Ende kommt es auf die Sympathie an“,  weiß die Geschäftsführerin aus Erfahrung. So punktet auch die amtierende Apfelkönigin Lydia Günther mit ihrer freundlichen Art beim Publikum. Zur Kandidatur wurde sich von ihrer Chefin in der Heilsarmee ermutigt. „Und nach viel Zuspruch von Freunden und von Leuten, die zu uns zur Heilsarmee kommen, hab‘ ich es dann einfach gewagt“, so die Majestät in einem Interview kurz nach der Wahl.

Eine Mitschuld an der erschwerten Suche nach Kandidaten für die Wahl sieht der MuT an dem Rechtsstreit von Marco Steidel. Der Gubener hatte die Wahl zum Apfelkönig 2016 verloren und daraufhin die amtierende Apfelkönigin Antonia Lieske und den MuT verklagt. „Kandidaten müssen aber keine Angst vor einer Klage haben. Wir stellen uns vor unsere Ehrenamtlichen“, betont Kerstin Geilich. Marco Steidel hat zwar angekündigt, sich erneut in diesem Jahr zu bewerben, allerdings sind Personen, die sich mit Zahlungspflichten gegenüber dem veranstaltendem Verein in Verzug befinden, von einer Kandidatur ausgeschlossen.