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| 15:14 Uhr

Notfallplan soll Kollaps vorbeugen
Angler und Fische atmen auf

Die Werkfeuerwehr der Leag hat am Kleinsee eine Pumpe installiert. Durch sie soll mehr Sauerstoff ins Wasser gelangen und ein Fischsterben verhindert werden.
Die Werkfeuerwehr der Leag hat am Kleinsee eine Pumpe installiert. Durch sie soll mehr Sauerstoff ins Wasser gelangen und ein Fischsterben verhindert werden. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler
Kleinsee. Leag startet Hilfe am Kleinsee: Eine Pumpe soll den niedrigen Sauerstoffgehalt erhöhen. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Silvio Krüger vom Angelverein Bärenklau hat in dieser Woche Alarm geschlagen. Seine Angst: Ein massenhaftes Fischsterben am Kleinsee. „Durch den niedrigen Wasserpegel und die Hitze ist die Temperatur im Wasser zu hoch und der Sauerstoffgehalt kritisch“, erklärt Silvio Krüger. Der Angler kennt die Anzeichen, hatte der Verein doch erst vor drei Jahren am Pastlingsee das Schreckensszenario erlebt.

Noch am Mittwoch hatte der Fachbereich Umwelt des Landkreises Spree-Neiße seine Sorge nicht geteilt. Die Behörde hatte aufgrund aktueller Sauerstoff-Messungen keinen Anlass gesehen, die Leag um Hilfe zu bitte. Und ohne diese Bitte konnte der Bergbaubetreiber nicht aktiv werden. Doch aufgrund der anhaltend hohen Lufttemperaturen hat die Behörde ihre Meinung nun geändert. „Wir haben uns vorsorglich dazu entschieden, die Leag um Hilfe zu bitten“, so Doris Holtz vom Fachbereich Umwelt des Landkreises Spree-Neiße.

Dramatischer Wasserrückgang: Silvio Krüger vom Anglerverein Bärenklau zeigt, wo er früher seinen Kahn angebunden hat.
Dramatischer Wasserrückgang: Silvio Krüger vom Anglerverein Bärenklau zeigt, wo er früher seinen Kahn angebunden hat. FOTO: Michèle-Cathrin Zeidler

Aus diesem Grund rückte die Werkfeuerwehr der Leag am Freitag zu einem ungewöhnlichen Einsatz aus. Das Ziel der Kameraden: Die Fische im Kleinsee retten. „Wir haben eine Tauchpumpe installiert, mit der wir sonst Kabelkeller leer pumpen“, erklärt Karl-Heinz Gayn von der Werksfeuerwehr der Leag. Durch die Umwälzung des Wassers soll neuer Sauerstoff ins Wasser kommen. In den nächsten Tagen wird die Pumpe täglich von 7 bis 14 Uhr laufen. „In den Morgenstunden ist die Sauerstoffkonzentration im See besonders kritisch, daher wurde dieser Zeitraum gewählt“, erklärt Karl-Heinz Gayn. Die Kosten für die Maßnahme trägt die Leag.

Alle zwei Tage will der Fachbereich Umwelt den Sauerstoffgehalt im Kleinsee messen. Wie lange die Pumpe zum Einsatz kommt, macht die Behörde von den Werten der weiteren Messungen und dem Wetter abhängig. Allerdings sei der Einsatz der Pumpe nicht als dauerhafte Maßnahme geplant. „Aktuell gibt es keine kritischen Anzeichen im Kleinsee. Die Fische zeigen ein normales Verhalten“, betont Doris Holtz. „Die Sauerstoffwerte sind nicht kritisch. Die Maßnahmen sind wirklich nur vorsorglich.“

Silvio Krüger atmet angesichts der Pumpe auf. „Die Fische bewegen sich sichtbar in Richtung der Pumpe. Dort bekommen sie wieder gut Luft“, sagt der Angler. Allerdings sei diese Maßnahme nur der Anfang. „Wir brauchen dringend mehr Wasser im Kleinsee.“ Daher hofft der Verein, dass die Leag wie angekündet 2019 damit beginnt, Wasser einzuleiten. Der Angelverein Bärenklau bittet Angler und Badegäste, die Stelle im Kleinsee mit der Pumpe weitläufig zu meiden. Von einer Sperrung werde allerdings vorerst abgesehen.