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Angelparadies Wilschwitzer See

Joachim Wagner, Gewässerwart im Angelverein Sprucke, und Wolf-Dieter Noack, Vorsitzender des Angelvereins Sprucke, setzen etwa 30 Kilogramm Schleien in den Wilschwitzer See ein.
Joachim Wagner, Gewässerwart im Angelverein Sprucke, und Wolf-Dieter Noack, Vorsitzender des Angelvereins Sprucke, setzen etwa 30 Kilogramm Schleien in den Wilschwitzer See ein. FOTO: Jana Pozar/zar1
Guben. Am Wilschwitzer See sind jetzt etwa 30 Kilogramm Schleien eingesetzt worden. Zuvor wurde der See ein Jahr lang saniert. Kosten: eine gute halbe Million Euro. Anlass war eine starke Verschlammung des Gewässers, die zu einem Fischsterben führte. Jana Pozar / zar1 zar1

"Eine der Ursachen ist die Einleitung von nährstoffhaltigem Wasser und die frühere fischereimäßige Nutzung. Ohne Sanierungsarbeiten würde der See über einen längeren Zeitraum weiter verschlammen und die Seewasserfläche stetig zurückgehen", erklärte Silvio Alich, Geschäftsführer des Gewässerverbands Spree-Neiße. Allerdings lehnten die zuständigen Behörden die Entsorgung der Schlammmengen wegen zu hoher Kosten ab. Der Schlamm sei Sondermüll, weil er mit Schwermetallen, die vor allem aus dem Kot der Enten stammen, belastet ist. Deshalb dürfe er nicht auf anliegende Felder ausgelagert werden. "Nach intensiver, jahrelanger Diskussion haben sich alle Beteiligten darauf geeinigt, den östlichen, kleineren Teil des Sees für die Umlagerung der Schlammmengen zu nutzen, um den größeren westlichen Teil zu erhalten", so Alich. Von dem etwa neun Hektar großen See sind letztlich etwa sieben Hektar übrig geblieben. Doch das stört die Angler wenig, denn der See bietet jetzt sogar mehr Angelstellen. "Vorher konnten wir an vier Stellen angeln, künftig stehen uns etwa 30 zur Verfügung. Das ist für uns Angler ein enormer Fortschritt. Es wurde Zeit, dass der See wieder genutzt werden kann", betont Hartmut Göllner vom Kreisanglerverband. Doch noch darf dort nicht geangelt werden, um die Renaturierung voranzutreiben. Bis zum Frühjahr sollte das Revier verschont bleiben, um die Vegetation um und im Teich voranzutreiben. Schließlich müssten auch die neu eingesetzten Fische erst noch heranwachsen. Etwa 30 Kilogramm Schleien wurden vom Anglerverband eingesetzt. Zander, Weißfische wie Plötze und Rotauge und eventuell ein Hechtpärchen sollen im Herbst folgen. Den Biber, der längst im See heimisch geworden ist, sehen die Angler nicht als Bedrohung. "Er treibt nur in der Natur Unfug, hat bereits 27 Eichen geschädigt", erklärt Hartmut Göllner. Allerdings zeige das Bibervorkommen, dass die Natur intakt sei.

Um den Nährstoffeintrag zu vermindern und die Nachhaltigkeit der Maßnahmen zu sichern, war es außerdem erforderlich, den bereits existierenden Umleiter mit den Ein- und Auslaufbauwerken instand zu setzen. "So kann das nährstoffhaltige Einleitwasser um den See herumgeleitet werden. Zudem vergrößert sich die Aufenthaltszeit des Wassers im See erheblich", erklärt Silvio Alich.

Die Maßnahme am Wilschwitzer See hat insgesamt 540 000 Euro gekostet. 90 Prozent davon wurden vom Land Brandenburg gefördert, zehn Prozent durch den Naturschutzfonds im Rahmen der Gewässersanierungsrichtlinie. Die Arbeiten wurden durch den Gewässerverband Spree-Neiße ausgeführt.

Zum Thema:
Insgesamt werden etwa 260 Hektar vom Anglerverband Guben bewirtschaftet. Dazu gehören der Göhlensee, der Deulowitzer, der Pinnower, der Wilschwitzer, der Schenkendöberner sowie der Groß- und der Kleinsee. Außerdem werfen die Gubener Petrijünger ihre Angeln an Neiße, Egelneiße und am Kraftwerkskanal Grießen aus. Am Pastlingsee wird nicht mehr geangelt. zar1