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| 11:31 Uhr

Landgericht Cottbus
Angeklagter im Gubener Totschlagsprozess schweigt

Der Angeklagte (r.) schweigt im Prozess um den Totschlag seiner Mutter. Am Mittwoch, 21. März, begann die Verhandlung gegen den Gubener vor dem Landgericht Cottbus.
Der Angeklagte (r.) schweigt im Prozess um den Totschlag seiner Mutter. Am Mittwoch, 21. März, begann die Verhandlung gegen den Gubener vor dem Landgericht Cottbus. FOTO: Daniel Friedrich / LR
Cottbus/Guben. Staatsanwaltschaft hält Angeklagten wegen psychischer Erkrankung für schuldunfähig. Von Daniel Friedrich

Der 42-jährige Gubener, der seit Mittwoch wegen des mutmaßlichen Totschlags seiner Mutter vor dem Landgericht Cottbus steht, schweigt. Der Mann wird beschuldigt, im August vergangenen Jahres seine 66-jährige Mutter mit mehreren Messerstichen getötet zu haben. Nachbarn hatten damals einen lautstarken Streit in dem Mehrfamilienhaus mitbekommen. Daraufhin alarmierten sie die Polizei. Als diese die Tür zur mutmaßlichen Tatwohnung gewaltsam öffnen musste, fanden sie den Angeklagten und seine leblose, blutverschmierte Mutter im Badezimmer vor.

Laut Anklage geht die Staatsanwaltschaft davon aus, dass der Beschuldigte unter einer paranoiden Schizophrenie leidet. Deshalb sei er bei der Tat schuldunfähig gewesen. Weil von ihm nach Einschätzung von Staatsanwalt Martin Mache dennoch weitere Gefahr ausgeht, „ist seit der Tat die Unterbringung in einem psychatischen Krakenhaus in Eberswalde angeordnet“. Das psychologische Gutachten wurde bei der Verhandlung am Mittwoch noch nicht verlesen.

Neben einem Polizeibeamten, der am Tatabend am Einsatz beteiligt war, sagten am ersten Verhandlungstag auch einer der Rettungssanitäter sowie die Nachbarn der Getöteten aus. Sie hatten damals die Polizei verständigt.

Der Angeklagte hatte seit mehreren Jahren versucht, sich selbstständig zu machen. Dem Anschein nach lebte er bei und von seiner Mutter, die sich auch um ihn kümmerte. Sein Vater war vielen Gubenern wegen seines Engagements in Kultur und Sport bekannt. Er kam 2011 auf tragische Weise ums Leben.