ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:34 Uhr

Angebliche Schussgefahr - Jäger verunsichert Hundehalterin

Noch sicher auf dem Hochsitz? Jäger beklagen Schäden an Jagdeinrichtungen.
Noch sicher auf dem Hochsitz? Jäger beklagen Schäden an Jagdeinrichtungen. FOTO: ddp
Guben. Einen Schreck am Abend hat Ingeborg Primm erlebt, als sie mit ihrem Hund auf der Straße in Höhe Groß Breesen parallel zum Neißedamm unterwegs war. Regelmäßig fährt sie dort mit dem Auto und lässt den Vierbeiner nebenher laufen. cis

"Ich sah plötzlich ein Auto im Rückspiegel, das mich dann überholte und vor mir anhielt", erzählt sie. Ein Mann in Jägerkluft sei ausgestiegen und hätte sie darauf aufmerksam gemacht, dass ihr Hund gefährlich lebe. "Der Hund könnte getroffen werden", habe er zu ihr gesagt.

Auf ihre Nachfrage, ob der Jäger auf einer öffentlichen Straße schieße, habe der geantwortet: "Das ist keine öffentliche Straße." Er empfehle ihr, dort nicht mehr so spät mit dem Hund unterwegs zu sein.

Ingeborg Primm ist nun verunsichert, wie sie am RUNDSCHAU-Reporter-Telefon berichtet. Auf der Straße seien auch häufig Radfahrer und Inline-Skater unterwegs.

Sie frage sich nun, ob die Straße überhaupt öffentlich genutzt werden könne und wenn nicht, ob der Bereich dann nicht entsprechend mit Schildern ausgewiesen werden müsse.

Jörg Glockann, Vorsitzender der Jagdgenossenschaft Groß Breesen, zeigt sich jedoch verwundert über den Vorfall. "Natürlich ist die Straße öffentlich. Sie kann zu jeder Tages- und Nachzeit benutzt werden." Doch auf allen unbefriedeten Gebieten außerhalb der Stadt sei das Jagen erlaubt. "Dafür muss die Straße auch nicht mit Schildern ausgewiesen werden", sagt Jörg Glockann weiter. Allerdings gelte in diesen Bereichen der Leinenzwang. Glockann kann das Verhalten des angeblichen Jägers nicht nachvollziehen.

Er appelliert an die Jäger, vernünftige Gespräche mit den Bürgern zu führen. Schließlich schade ein solches Auftreten auch dem Bild der Jägerschaft in der Öffentlichkeit.