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| 17:45 Uhr

Guben
Als Familie zusammen gewachsen

 Peter und Ilse Schütze mit den Kindern Theo und Levi.
Peter und Ilse Schütze mit den Kindern Theo und Levi. FOTO: Ute Richter
Guben. Vor knapp zwei Jahren sind Ilse und Peter Schütze aus Guben ins peruanische Krankenhaus „Diospi Suyana“ gegangen.

Am Mittwochabend berichteten sie im Wilkestift von ihrem Missionsdienst. Die Stühle im Lesecafe reichten kaum aus. „Wir konnten vorher kein Wort spanisch“, erzählt Ilse Schütze. In Arequipa lernten alle vier Familienmitglieder intensiv ein halbes Jahr lang Spanisch. Von dort aus ging es für sie in die südperuanische Andenstadt Curahuasi. Im Spital  Diospi Suyana, auf 2650 Meter Höhe, half Ilse Schütze mit, den Quechua-Indianern eine umfassende medizinische Hilfe zu gewährleisten. Etwa 180 peruanische Beschäftigte arbeiten dort mit rund 40 Mitarbeitern aus dem Ausland, die über private Förderkreise bezahlt werden. Das Krankenhaus wurde von dem Ärztepaar Martina und Klaus John im Mai 2005 eröffnet. „Es ist für mich ein Privileg, mit Martina John Seite an Seite gearbeitet zu haben“, schwärmt Ilse Schütze. Die Patienten waren oftmals mehrere Tage unterwegs; Magenschleimhauterkrankungen waren ebenso zu behandeln wie Rückenbeschwerden, Asthma, Tuberkulose oder Parasiten. Mit Fotos und Erzählungen berichtete die Gubener Ärztin von ihrem Klinikalltag und der guten Zusammenarbeit mit den heimischen Spitalangestellten.

Peter Schütze arbeitete anfangs  im Lager des Krankenhauses, später als Hausmeister der dem Krankenhaus angegliederten Schule. Eine kleine Werkstatt hat er dort eingerichtet und sich um den Schulgarten gekümmert. Die Familie ist nach eigener Einschätzung noch enger zusammengewachsen. Da es in Peru keine Weihnachtstraditionen gibt, haben es sich Schützes in ihrem Quartier so schön wie möglich gemacht. Vater Peter hat aus Sperrholz einen Baum gewerkelt und mit Kerzen geschmückt.  Die Familie hat Plätzchen gebacken und Heiligabend gab es Päckchen aus der Heimat zum Auspacken.

„Wir haben nichts vermisst“, sagen Schützes. Außer vielleicht Freunde und Familie, denn telefonieren funktionierte nur begrenzt. Ansonsten haben sie dort nette Menschen kennengelernt.

Nun sind sie zurück und haben sich wieder voll in den Alltag eingelebt. Ilse Schütze hat ihre Praxis im Naemi-Wilke-Stift wieder übernommen. Doch Peru wird ihnen noch lange in Erinnerung bleiben. Deshalb würden sie auch gern nach Curahuasi, zum Urlaub machen, reisen. „Das Klima dort ist eine Kraftquelle und die Menschen sind einfach großartig“, sagen sie.

Alle Missionare, auch die im Missionskrankenhaus „Diospi-Suyana“ („Wir vertrauen auf Gott“) arbeiten, finanzieren sich über private Spenden. Angestellt sind sie bei einer Missionsgesellschaft im Heimatland und werden von dieser dann in ihr Einsatzland entsandt. Die Gubener Familie Schütze war bei der Vereinigten Deutschen Missionshilfe (VDM) angestellt. Die VDM kümmert sich unter anderem um die Fortzahlung des Kindergeldes, der Renten- und Sozialversicherungen und um Spendenbuchungen.