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| 17:50 Uhr

Guben
Alltagstipps und Kantsche Grundsätze

Horst Evers gibt bei seiner Lesung auch sehr praktische Tipps.
Horst Evers gibt bei seiner Lesung auch sehr praktische Tipps. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Der Berliner Kabarettist Horst Evers erzählt im Gubener Volkshaus absurde Geschichten.

Mit philosophischen Denkansätzen und ganz praktischen Alltagstipps hat Kabarettist Horst Evers das Gubener Publikum am Donnerstagabend bestens unterhalten. Im Volkshaus erklärte er: „Der kategorische Imperativ ist keine Stellung beim Sex.“

Kants Grundprinzip für ethisch korrektes Handeln bricht Evers auf eine ganz einfache, allgemein verständliche Formel herunter: „Denk halt’ nach, was du tust – im günstigsten Fall, bevor du es tust.“ Allerdings, räumt Evers ein, laufe das Nachdenken ja auch nicht weg. „Darauf kannst du dich verlassen.“

Evers treibt die Dinge gekonnt auf die Spitze und ins Absurde. Er erzählt von Polizeikontrollen, Männerabenden, Arztbesuchen und lässt selbst US-Präsident Donald Trump nebst Wählern nicht aus. „Bei uns in Berlin nennt man das Weiße mit Schuss.“

Eines seiner Lieblingsthemen ist der BER. „Komplett abreißen und neu bauen“, schlägt Evers vor. Aber keinen Flughafen mehr. Vielleicht etwas Einfacheres: eine Brücke. Was kann da schon schiefgehen? Selbst die Ankündigung der Pause wird mit ihm zur Posse. Gelegentlich muss Evers selbst über seine Pointen lachen, was ihn irgendwie sympathisch macht.

Seit 1988 tritt der Berliner mit seinen Geschichten auf, seit 1993 kann er vom Schreiben und Vorlesen leben. Bei seinem Auftritt in Guben hat er natürlich ein rotes Hemd an, das er immer auf Lesungen trägt. Vor Jahren soll ihm eine sehr attraktive junge Frau gesagt haben, dieses Hemd stünde ihm ausgezeichnet. Die Frau habe er nie wieder gesehen. Das Hemd trage er immer noch – eben typisch Evers.

Viel Spaß mit den Geschichten haben auch die mehr als 100 Gubener Zuhörer. Es wird gekichert, laut aufgelacht und die eine oder andere Lachträne weggewischt. Für Fabrikvereinschef Karsten Geilich geht mit dem Auftritt ein persönlicher Traum in Erfüllung. Sechs Jahre hat er daran gearbeitet, den Berliner nach Guben zu holen.

Nach zwei Stunden ist das Programm zu Ende und das Publikum weiß jetzt, wie es ungewollte Geschenke wieder los wird: im Kaufhaus. Einfach hinstellen und gehen.

(sha)