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| 18:01 Uhr

Wirtschaft
Albrecht Gerber diskutiert mit Trevira-Mitarbeitern

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber im Gespräch mit Sabine Sonnenberg vom Trevira-Betriebsrat.
Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber im Gespräch mit Sabine Sonnenberg vom Trevira-Betriebsrat. FOTO: LR / Silke Halpick
Guben. Brandenburgs Wirtschaftsminister folgt einer Einladung der Gewerkschaft nach Guben.

Bei seinem Besuch in Guben gibt sich Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber gleich als Gewerkschaftsmitglied zu erkennen und ist schnell beim kameradschaftlichen Du. Der SPD-Politiker diskutiert mit Trevira-Mitarbeitern zur Investitionsförderung, über Strompreise und Fachkräftesicherung. Eingeladen hat ihn die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie (IG BCE).

Auch die Hygienepapierfabrik ist schnell Thema. Bereits seit mehr als vier Jahren ist die Ansiedlung im Industriegebiet Süd in Guben im Gespräch. Manch einer glaubt schon nicht mehr daran. „Kommt sie nun oder kommt sie nicht?“, will auch Sabine Sonnenberg, stellvertretende Betriebsratsvorsitzende bei Trevira, wissen.

„Geld ist genug ist da für förderfähige Vorhaben“, stellt der Wirtschaftsminister klar. Allerdings sei im Fall der Hygienepapierfabrik „die gesicherte Gesamtfinanzierung“ nicht gewährleistet, nachdem Ende 2017 einer der Partner abgesprungen sei. Sollte es einen neuen Antrag geben, der „alle förderrechtlichen Voraussetzungen erfüllt“, werde das Vorhaben „am Land nicht scheitern“, verspricht Gerber.

Einen neuen Fördermittelantrag noch innerhalb dieses Monats kündigt Bürgermeister Fred Mahro (CDU) an. Konkreter wird er allerdings nicht. Erst will er die entsprechenden Beschlüsse der Aufsichtsräte abwarten. Die Städtischen Werke Guben (SWG) haben für die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes im Industriegebiet Süd rund 250 000 Euro investiert. Die Stadt erhofft sich von der Ansiedlung 100 neue Arbeitsplätze.

Die hohen Strompreise im Osten Deutschlands sieht Gerber als große Hürde für Neuinvestitionen. Das vom Bundestag verabschiedete Gesetz, mit dem die Netzentgelte bundesweit gerechter verteilt werden sollen, begrüßt er ausdrücklich. „Dafür haben alle neuen Länder gemeinsam gekämpft“, sagt er. Die Angleichung soll in fünf Schritten bis zum Jahr 2023 erfolgen.

Die noch immer in Betrieben weit verbreitete Befristung von Arbeitsverhältnissen sowie den zunehmenden Einsatz von Leiharbeitern sehen die Trevira-Mitarbeiter kritisch. Die Politik könne nur begrenzt Einfluss nehmen, räumt Gerber ein. So werde bereits bei einem hohen Anteil von Leiharbeitern die Förderquote gesenkt, erklärt er.

Mit der Begrenzung von befristeten Arbeitsverhältnissen ohne Sachgrund beschäftigt sich bereits die Große Koalition. „Hier hat die Politik  in der Vergangenheit zu viel zugelassen“, sagt Gerber. Rund 3,15 Millionen  der Deutschen und damit 8,3 Prozent arbeiteten im Vorjahr mit befristeten Verträgen. Das gilt als ein historischer Höchststand.

(sha)