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| 14:29 Uhr

Eine Freunde zum Fest
Aktion im Wilke-Stift gestartet

Im vergangenen Jahr wurden 500 Weihnachtspakete in Polen und Tschechien verteilt. Dieses Jahr soll sogar noch mehr Kindern, Jugendlichen und Behinderten eine Freude gemacht werden.
Im vergangenen Jahr wurden 500 Weihnachtspakete in Polen und Tschechien verteilt. Dieses Jahr soll sogar noch mehr Kindern, Jugendlichen und Behinderten eine Freude gemacht werden. FOTO: Naemi-Wilke-Stift
Guben. Ziel sind 600 Päckchen für Kinder, Jugendliche und Behinderte in Polen und Tschechien. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Auch in diesem Jahr möchte das Gubener Naemi-Wilke-Stift Kindern, Jugendlichen und behinderten Menschen, die in der Diakonie in Polen und Tschechien betreut werden, zu Weihnachten eine kleine Freude machen. „Bereits seit fast 20 Jahren organisieren wir die Weihnachtspakete-Aktion“, erzählt Stefan Süß, Rektor am Naemi-Wilke-Stift. Der Startschuss ist in dieser Woche gefallen. Interessierte können sich die Paketaufkleber abholen.

Das Besondere: Es handelt sich um Wunschpakete. „Ein Päckchen ist immer für einen konkreten Menschen und die Beschenkten können Wünsche äußern“, erklärt Stefan Süß. Damit unterscheidet sich die Hilfsaktion von der bundesweit durchgeführten Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“. Erst kürzlich hat das Naemi-Wilke-Stift eine Liste mit Namen von der Diakonie in Polen und Tschechien bekommen. Neben dem Namen und dem Geschlecht finden sich hier auch einige Wünsche: „Die Wünsche reichen von Malsachen, einem Pullover oder einem Paar neue Schuhe bis hin zu einem Skateboard oder einer neuen Spielekonsole.“ Oftmals würden die Kinder den Wert ihrer Wünsche dabei nicht kennen. „Die Wünsche sollen eher als Anregung dienen“, betont der Rektor. Seiner Erfahrung nach wüssten sonst einige Beschenker nicht, womit einem beispielsweise dreijährigen Jungen eine Freude machen können. „Der Wert der Pakete sollte generell zwischen 15 und 20 Euro liegen“, erklärt Stefan Süß. Aber das werde vom Stift nicht überprüft. Trotzdem bittet der Pfarrer darum, keine allzu großen Pakete zu packen, „da die Geschenke immer in der Gruppe übergeben werden und sich kein Kind benachteiligt fühlen soll“.

Ansonsten mache man den Unterstützern keine Vorschriften. „Auch Schokolade oder andere Süßigkeiten können gerne eingepackt werden“, so Stefan Süß, der sich auch jedes Jahr an der Aktion beteiligt. Lediglich von Obst rate er aufgrund der langen Reise ab.

„Die Aktion hat ganz klein durch unseren Kontakt nach Osteuropa angefangen“, erinnert sich der Pfarrer. Nachdem das komplett neu ausgestattete Krankenhaus im Jahr 2000 in Betrieb genommen wurde, hatte das Stift viel Material über. „Wir haben die Diakonie in Polen und Tschechien eingeladen, sich vor Ort die Dinge auszusuchen, die sie gebrauchen können“, sagt Stefan Süß. Und so fanden zahlreiche Patientenbetten, Aufbewahrungswagen und Küchenutensilien eine neue Verwendung in Polen und Tschechien. „Nach dieser Aktion wollten wir den Kontakt halten und die Einrichtungen weiterhin unterstützen“, erzählt der Rektor. „Daraus ist dann die Idee zur Paket-Aktion entstanden.“ Außerdem führt das Stift wechselnde Studienreisen durch. „Im ersten Jahr sind wir mit 50 Paketen aufgebrochen. Die passten noch alle in einen VW-Bus“, verrät Stefan Süß. „Im vergangenen Jahr waren es 500 Wunschpakete. Da brauchten wir für den Transport einen Transporter.“ Da die Hilfsbereitschaft in Guben im vergangenen Jahr größer war, als die Liste mit Namen, hat das Stift in diesem Jahr seine Partner um 600 Namen gebeten. „100 Päckchen gehen dabei nach Polen und 500 nach Tschechien“, verrät Stefan Süß. Zusammen mit Pfarrer Michael Voigt übergibt er die Wunschpakete jedes Jahr persönlich. Das Fahrzeug für den Transport stellt Popp Fahrzeugbau zur Verfügung. „Jeder, der keine Zeit zum Pakete-Packen hat, kann mit einer Geldspenden den Transport unterstützen“, sagt Stefan Süß.