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| 13:40 Uhr

Ärztemangel in Guben
Hoffnung auf mehr Mediziner

 Guben setzt Hoffnung in das neue Stipendium des Gesundheitsministeriums. Für die Verpflichtung, später in einer ländlichen Region zu praktizieren, gibt es während des Studiums 1000 Euro pro Monat.
Guben setzt Hoffnung in das neue Stipendium des Gesundheitsministeriums. Für die Verpflichtung, später in einer ländlichen Region zu praktizieren, gibt es während des Studiums 1000 Euro pro Monat. FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd
Ärztemangel: Gubens Bürgermeister will neues Landärzte-Stipendium unterstützen. Von Daniel Schauff

„Unbefriedigend.“ Höflich und deutlich fällt das Urteil von Bürgermeister Fred Mahro (CDU) zur medizinischen Versorgung in Südbrandenburg aus. „Das gilt auch für unsere Stadt“, schreibt das Stadtoberhaupt bei Facebook.

Zwar hat Guben ein Krankenhaus – alles andere als selbstverständlich für ein vergleichsweise kleines Mittelzentrum am äußersten Rande der Republik –, das allein aber sorgt nicht für eine ausreichende medizinische Versorgung. Zwar gibt es offiziell in Guben immerhin 27 Arztpraxen, 15 Zahnärzte und einen Kieferorthopäden, Luft nach oben gibt es allerdings angesichts der stetig älter werdenden Einwohnerschaft allemal.

Guben hat Erwartungen

Seit wenigen Tagen gibt es nun das Brandenburg-Stipendium für angehende Landärzte. Auch wenn Guben nicht unbedingt als ländliche Gemeinde durchgeht – Hoffnung in das vom Landesgesundheitsministerium geförderte Programm der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) steckt Mahro allemal. „Ich hoffe, nein ich erwarte, dass unsere Stadt mit einer besonderen Priorität bei einer Antragstellung berücksichtigt wird“, schreibt Mahro.

Im Rahmen des neuen Programms können sich angehende Humanmediziner um ein Stipendium bewerben. Es spielt keine Rolle, ob die künftigen Ärzte bereits mit dem Studium begonnen haben oder noch nicht.

1000 Euro im Monat

Das Stipendium lohnt sich. 1000 Euro monatlich gibt es für Stipendiaten. Der Preis: Der spätere Arzt oder die spätere Ärztin verplichtet sich, künftig in Brandenburg zu arbeiten, vornehmlich im ländlichen Raum. Ein Motivationsschreiben der Bewerber soll den Willen dazu deutlich machen.

Ein Blick in die Zahlen für Brandenburg wirft in dem Zusammenhang allerdings Fragen auf. Bundesweit gilt für das Einwohner-Hausarzt-Verhältnis eine einheitliche Kennziffer: Demnach sollen auf einen Hausarzt 1671 Einwohner kommen. So steht es im Versorgungsstrukturgesetz von 2012. In Brandenburg sieht es auf den ersten Blick recht rosig aus: Im Land kommen 1535 Einwohner auf einen Hausarzt. Eine komfortable Lage also?

Nein – die meisten Hausärzte haben sich nicht in Südbrandenburg, sondern im dichter besiedelten Speckgürtel Berlins niedergelassen. In Guben gibt es acht Praxen von Ärzten, die als Hausärzte praktizieren. Statistisch kommen demnach mehr als 2100 Einwohner auf einen Hausarzt. Den Zahlen im Versorgungstrukturgesetz zufolge ist Guben demnach deutlich unterversorgt. Doch wird das neue Stipendium das ändern können?

„Ich freue mich, dass es hier konkret mindestens einen Antrag einer Gubenerin geben wird“, schreibt Mahro bei Facebook. Ein erster Schritt. Der Bürgermeister selbst will vermitteln. „Sofern Sie weitere Interessenten kennen, bitte ich um eine Nachricht an mich“, schreibt Mahro weiter. Als Bürgermeister werde er die Initiative persönlich unterstützen.

Ruhestandwelle rollt an

Ein Pfund für Guben: Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums nannte die Neißestadt als Beispiel für aktuellen und vor allem zu erwartenden Ärztemangel. Allerdings ist Guben längst nicht die einzige Stadt, der es an Mediziniern fehlt.

Rund 30 Prozent der Hausärzte in den ländlichen Regionen Brandenburgs haben das 60. Lebensjahr hinter sich. Es braucht dringend Nachfolger. Und die nicht nur unter den Allgemeinmediziniern. Frauenärzte, Psychiater, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Augenärzte und Neurologen sind Mangelware im südlichen Teil des Landes.

www.kvbb.de">Infos zum Stipendium gibt es unter