Am Sonntagabend wurde die Polizei in die Gubener Klaus-Herrmann-Straße gerufen. Unbekannte haben offenbar versucht, einen Geldautomaten der Sparkasse zu manipulieren. Nach Auskunft von Polizeisprecher Lutz Miersch misslang das Vorhaben.

Die Höhe des Sachschadens kann noch nicht beziffert werden. Die Ermittlungen hat die Kriminalpolizei übernommen. Nach Angaben der Sparkasse Spree-Neiße ist den Kunden kein Schaden entstanden.

Möglichkeiten der Geldautomaten-Manipulation

Um an das Geld der Bankomatennutzer zu kommen, bauen die Gauner eigene Vorrichtungen an den Geldautomaten an. „Ziel der Vorrichtung ist das Zurückhalten der angeforderten Banknoten, welche sich die Langfinger anschließend greifen wollen“, erläutert Polizeisprecherin Korch.

Alternativ ist es auch möglich, Gerätschaften zum Auslesen der Kartendaten, Mini-Kameras zum Aufzeichnen der Pin-Eingabe oder manipulierte Tastaturen an den Automaten anzubringen. „Die Modi Operandi sind seit Jahren weitgehend unverändert“, so die Einschätzung des BKA. Schwerpunkt solcher Angriffe war bisher Berlin, wo die Laufkundschaft groß und international ist. Auf dem Land gibt es hingegen wenige Fälle.

Acht Geldautomaten in Landkreisen Bautzen und Görlitz manipuliert

Anfang September 2019 hat die Polizei gleich acht manipulierte Geldautomaten im Raum Bautzen und Görlitz entdeckt. Eine Ausnahme bisher in der Region. 449 Fälle hat es laut Bundeskriminalamt (BKA) im vergangenen Jahr in Deutschland gegeben. Keinen einzigen davon in Brandenburg und Sachsen.

Wie viel Geld die Gauner mit ihren Attacken erbeuten, ist schwer zu ermitteln. Gesicherte Informationen hat auch das BKA nicht. Den Kartenanbietern entstand offiziellen Angaben zufolge 2018 ein Schaden von mindestens 1,4 Millionen Euro.