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| 15:16 Uhr

Schuld ist die Umsatzsteuer
Abwassergebühr in Guben steigt

Trinkwassergrafik
Trinkwassergrafik FOTO: LR / Elisabeth Wrobel
Guben. Da die Kosten für Trinkwasser gleichzeitig sinken, ergeben sich nur Änderung im Cent-Bereich. Von Michèle-Cathrin Zeidler

Die Gubener Bürger müssen sich im kommenden Jahr auf steigende Abwasserpreise einstellen. Die Gebühr wird in der Neißestadt von derzeit 2,72 Euro pro Kubikmeter auf 3,05 Euro abgehoben. Bürgermeister Fred Mahro hat den Entwurf zur Gebührenkalkulation des Gubener Wasser- und Abwasserzweckverbandes (GWAZ) im jüngsten Wirtschaftsausschuss erstmals vorgestellt. „Damit bewegen wird uns auf dem Niveau von 2009“, ordnet Fred Mahro die Abwassergebühr ein.  

Die Anhebung der Abwassergebühr lässt sich die Umsatzsteuer zurückführen: Im Jahr 2017 erfolgte beim GWAZ eine Umsatzsteuer-Nachschau. Dabei stellte das Finanzamt fest, dass das in Deutschland anfallende Abwasser auch hierzulande besteuert werden muss und nicht in Polen, wo das gemeinsame Klärwerk der Städte Guben-Gubin steht. Der neue Umsatzsteuersatz von 19 Prozent macht sich nun in der Gebührenkalkulation bemerkbar.  Ohne diese hätte der Verband die Gebühr für 2019/2020 auf 2,56 Euro pro Kubikmeter senken können. Durch die Überdeckung aus dem Vorjahr kann der GWAZ eine Gebühr von 3,05 Euro pro Kubikmeter anbieten, dabei wären es rechnerisch (aktuelle Gebühr von 2,72 plus Abwassersteuer von 19 Prozent) sogar 3,24 Euro.

Gleichzeitig sollen im kommenden Jahr die Kosten für das Trinkwasser von derzeit 1,79 Euro pro Kubikmeter auf 1,68 Euro sinken. So niedrig waren die Gebühren zuletzt vor zehn Jahren „Unterm Strich merkt der Verbraucher die Änderung damit nicht“, betont Fred Mahro. „Es ergeben sich kaum Unterschiede in der Endabrechnung und wenn, dann liegen sich im Cent-Bereich.“ Bei einem Verbrauch von beispielsweise 30 Kubikmetern Trink- und Abwasser wurden 2017/2018 insgesamt 258,54 Euro fällig, mit der neuen Gebührenordnung sind es dann 258,49 Euro. Auch bei einem höherem Verbrauch ergeben sich keine Mehrkosten: Bei einem Verbrauch von 90 Kubikmetern werden statt bisher 549,50 Euro im kommenden Jahr dann nur 549, 35 Euro fällig.

Und es gibt noch mehr Gebührensenkungen: Laut Kalkulation soll die Fäkalienmengengebühr auf 3,11 Euro pro Kubikmeter sinken (2015: 4,87 Euro). Auch die saisonale Fäkalienmengengebühr soll 2019/2020 von bisher 8,50 Euro auf 7,05 Euro pro Kubikmeter herabgesetzt werden. Bei der Klärschlammmenge gibt es ebenfalls eine Gebührenreduzierung von 11,08 Euro pro Kubikmeter auf 7,98 Euro.

Guten Nachrichten auch beim Niederschlagswasser für den Regenkanal: Hier sinken die Kosten auf 0,69 Euro (2016: 0,85 Euro). „Die Kosten für den Niederschlagwasser Mischkanal müssen allerdings von aktuell 1,59 Euro auf 2 Euro erhöht werden“, sagt Fred Mahro. Der Grund: in diesem Fall ist die Weitergabe der Kostenunterdeckung aus der Nachkalkulation 2017/2018 nicht möglich. Der Niederschlagsmittelwert ist nämlich gesunken und bei gleichbleibender versiegelter Fläche müssen die Kosten für die Entsorgung auf eine geringere Menge verteilt werden – somit steigt die Mengengebühr. Auch in den kommenden Jahren rechnet der GWAZ mit weniger Niederschlagsmengen.

 Im Vergleich mit anderen Ver- und Entsorgern in Brandenburg ist die neue Kalkulation noch immer günstig. Guben belegt Platz fünf hinter Beeskow und Umland. Am günstigsten sind die Gebühren für die Bewohner in Fürstenwalde.

„Es wird keine überteuerten Preise geben. Jeder Panikmache entbehrt jeglicher Grundlage“, betont Fred Mahro mit Verweis auf einen Vorwurf in der Bürgersprechstunde der jüngsten Stadtverordnetenversammlung.