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Absoluter Maahnsinn in der Fabrik

Wolf Maahn bei seinem Solokonzert in der Gubener Fabrik.
Wolf Maahn bei seinem Solokonzert in der Gubener Fabrik. FOTO: utr1
Guben. Einer der besten Sänger, Songwriter, Schauspieler und Produzenten Deutschlands war am Freitagabend erstmalig in der Gubener Fabrik zu Gast. Mit seinem Programm "Unter einem großen Himmel", das sehnsüchtige Liebeslieder aus seinem 2015 erschienenen Soloalbum "Sensible Daten", aber auch altbekannte Titel enthielt, begeisterte er das Gubener Publikum restlos. Ute Richter / utr1

Die Qualität seiner zahlreichen Hits ist hierzulande unvergleichlich. Wolf Maahn ist einer, der vor allem zu Ostzeiten für viele Menschen in der DDR ein echter Hoffnungsschimmer war. Seine Texte kamen vor allem bei den jungen Leuten gut an, weil sie unter anderem von Freiheit erzählten und eben tiefsinnig waren.

"Es ist so toll, dass ich endlich einmal hier, sozusagen im wilden Osten bin", so Maahn zu Beginn seines Solokonzertes. "Das ist ein so schönes Haus mit zahlreichen Möglichkeiten", lobte er seinen Auftrittsort in der Fabrik.

Ist er doch sonst mit seinen Bandkollegen unterwegs, so klang sein Solokonzert in Guben nicht wie eine Notlösung. Im Gegenteil: Auch alleine auf der Bühne weiß Wolf Maahn zu überzeugen.

Und tatsächlich hat der Musiker von Anfang an das Fabrik-Publikum in seinen Bann gezogen. Echt und unverschnörkelt präsentierte er seine neuen und alten Lieder zur Begleitung seiner Gitarre.

Er präsentierte sich als begnadeter Entertainer, als der beste Interpret seiner eigenen Songs. Er freute sich, dass der ganze Saal mitsang und ließ das auch seine Fans immer wieder wissen. Authentisch sang Maahn seine Lieder, voller Emotion und Einsatz.

Er fühlte sich sichtlich wohl in Guben, auch wenn dieses Konzert einen verhältnismäßig kleinen Rahmen hatte. Dadurch war es familiär, was den Musiker und die Besucher zu vielen Wortwechseln animierte.

Über drei Jahrzehnte lang steht Musiker Wolf Maahn bereits auf der Bühne. Schon so lange ist die Gubenerin Anne Bischoff ein großer Fan von ihm. "Ich liebe einfach seine Texte und die Musik. Heute wie damals mag ich seinen ehrlichen Rock, die Vibes, die direkt ins Blut gehen und die unglaubliche Stimme", erzählt sie begeistert. "Vor 30 Jahren gab er uns hier im Osten mit Songs wie ,Deserteure' eine Stimme und heute sind es Lieder wie ,Kathedralen von Zahlen' oder ,Zoll Achtung', die mir aus dem Herzen sprechen", ergänzt die Gubenerin.

Aber auch die Liebeslieder gehen Anne Bischoff unter die Haut. Als ihren ganz persönlichen Höhepunkt an diesem Abend bezeichnet sie den Titel "Blinder Passagier", den sie ewig nicht gehört hat und gleich zu Hause aus dem Plattenschrank hervorholen wollte. "Und dann hat er da auch noch die Hommage an Bob Dylan reingepackt, einfach grandios", schwärmt sie. Gemeint ist eine kurze Passage von "Knocking on heavens door", in die das Publikum sofort einsetzte.

Einen Einblick in seine Arbeit als Songwriter gab er mit dem Titel "Monopoly", den er für Klaus Lage schrieb und am Freitag in der Fabrik eigens zum Besten gab. Auch diese Version kam beim Publikum gut an.

Maahn erwies sich jederzeit als der Wegbereiter deutschsprachiger Soulmusik schlechthin, der klassischen Deutsch-Rock mit starkem Rhythm'n'Blues-Einschlag und abwechslungsreichen Einsprengseln aus Funk, Reggae und anspruchsvollem Pop gut durchmischt.

Für die Besucher in der Gubener Fabrik war dieser Abend ein großer Spaß mit einem der größten deutschen Rock-Entertainer.