Seit August des vergangenen Jahres haben die Kerkwitzer an ihrem neuen Ensemble gewerkelt, zu dem jetzt auch der Dorfladen gehört. Im früheren Versammlungsraum des Kleintierzuchtvereins können die Dorfbewohner jetzt einkaufen, plaudern und den neuesten Tratsch aus dem Dorf erfahren. "Das ist aber schön geworden", rief Mirella Straße begeistert. "So etwas hat in Kerkwitz einfach gefehlt", betonte die einstige Kerkwitzerin die heute in Guben wohnt.

Der Duft von frisch gebackenen Brötchen zog so manch Neugierigen in den Dorfladen. Auch Radtouristen machten am Maifeiertag dort Rast. "Der Dorfladen ist eine Superidee, gerade hier am Radweg. Hier bekommt man, was man kurzfristig benötigt", sagte Karin Graf aus Guben.

In der komplett neuen Scheune hatte sich ein Trödelmarkt platziert. "Ich bin erstaunt, aber auch froh, dass so viele Leute hergekommen sind", war vom Vereinsvorsitzenden Wolfgang Straße zu erfahren. Die Scheune wird zukünftig auch als Ausstellungsraum für die Kleintierzüchter zur Verfügung stehen. Er sei stolz, dass der ganze Bau so reibungslos ablief und froh, dass jetzt im Großen und Ganzen alles fertig ist.

Noch grasten die Lämmer, die von einem Fleischer später zu Jagdwurst verarbeitet werden sollen, auf der angrenzenden Wiese. In Gläsern wird die Wurst dann im Dorfladen verkauft. Die vereinseigene Schafherde ist im Dorf sehr beliebt. "Die Leute fragen uns, wann sie sich die Schafe ausleihen können, zur Rasenpflege", sagte Wolfgang Straße lachend. So helfen sogar die Vierbeiner noch bei der Verschönerung des Ortes. Dass es in Kerkwitz schön und sauber ist, stellte auch Margot Saalmann von der Lauschützer Mühle fest. "Allerdings müssten mehr Parkplätze her, wenn der Laden laufen soll", kritisierte die 73-Jährige. Die jedoch seien ein Stück weiter gegenüber vom Dorfladen vorhanden. Wolfgang Straße: "Wir wollen unser Dorf nicht zubetonieren."

Begeistert zeigte sich auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) vom neuen Dorfladen. Er ließ sich am Donnerstag von Wolfgang Straße alles zeigen. "Ein Dorfladen war schon immer etwas Besonderes. Dort kann man nicht nur einkaufen, er ist auch ein Kommunikationszentrum und Begegnungsstätte des Dorfes", so Woidke. Es sei keine Selbstverständlichkeit, was in Kerkwitz passiert. "Das Ergebnis ist dem Zusammenhalt der Kerkwitzer und der Initiative des Kleintierzuchtvereins zu verdanken", sagte der Ministerpräsident anerkennend. Die Fördermittel des Landes seien im neuen Ortszentrum gut angelegt. Wolfgang Straße ist sich sicher, dass die Begegnungsstätte mit dem Dorfladen den Nerv der Kerkwitzer treffen wird. "Ohne die Hilfe unserer Einwohner aber wäre die Verwirklichung dieses Projektes nicht möglich gewesen", betonte der Vereinsvorsitzende.