ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:36 Uhr

96 Jahre und kein bisschen leise

Köfers Komödiantenbühne hat das Stück "Ein gesegnetes Alter" präsentiert. Von den Gubenern gab es tosenden Applaus.
Köfers Komödiantenbühne hat das Stück "Ein gesegnetes Alter" präsentiert. Von den Gubenern gab es tosenden Applaus. FOTO: Ute Richter/utr1
Guben. Zu einer schönen Tradition ist in Guben die alljährliche Aufführung eines heiteren Stücks des Show Express Könnern zum Jahresbeginn geworden. Auf dem Programmzettel stand am Donnerstagabend "Ein gesegnetes Alter" – eine fast schwarze Komödie von Curth Flatow. utr1

Und viele Gubener und auswärtige Besucher waren gekommen, um einen heiteren, unterhaltsamen Abend in der Alten Färberei zu verbringen.

Im Mittelpunkt der Inszenierung von Köfers Komödiantenbühne steht der rüstige Rentner Georg Neumann. Nach vier Jahrzehnten soll der 90-Jährige plötzlich vom neuen Besitzer aus einem kunsthistorisch interessanten Haus geworfen werden, damit es abgerissen werden kann. Der neue Besitzer ist ausgerechnet die Firma, die das Geriatrikum "Lebelang" herstellt, auf das Georg Neumann bis jetzt geschworen hat. Er weiß weder ein noch aus, wendet sich an einen Journalisten und erhält unerwartet Unterstützung von einer Architekturstudentin, die mithilfe ihres Professors den Abriss verhindern will. Der mittlerweile in der Zeitung veröffentlichte Vorgang ruft auch eine erbsüchtige Enkelin und ein ehemaliges Mannequin auf den Plan. Letztere entpuppt sich als Betrügerin, die der rüstige Rentner mit der Hilfe des Journalisten enttarnt.

Der alte Herr hält sich mit täglichen Rundgängen durch sein Wohnzimmer fit und versorgt sich selbst mit Bestellungen beim "Rollenden Mittagstisch".

Es ist ein Mammutstück, was der am gestrigen Freitag 96 Jahre alt gewordene Herbert Köfer und seine Schauspielerkollegen da Abend für Abend auf die Bühne bringen. In jedem Fall strapaziert diese schwarze Komödie ordentlich die Lachmuskeln der Besucher, das war auch in Guben so. Es spiegelt aber auch Alltagserfahrungen älterer Menschen mit ihrer Außenwelt wider und die Willkür der Familie und vermeintlichen Freunde, denen sie ausgesetzt sind.

Unter der Regie von Klaus Gendries spielen beliebte und bekannte Schauspieler wie Heidemarie Wenzel, Uwe Karpa oder Heike Köfer zwei Stunden lang. Herbert Köfer verlässt dabei nur zur Pause die Bühne. Seine Leidenschaft zu seinem Schauspielberuf merkt man dem sehr betagten Köfer jederzeit an. Man kann nur den Hut ziehen vor der Masse an Text, die sich Herbert Köfer allein für dieses Stück merken muss.

Übrigens auch an seinem gestrigen Geburtstag stand der Vollblutkomödiant Herbert Köfer auf der Bühne. Das ist eben sein Leben. Feiern sei nicht mehr so wichtig, aber an seiner Arbeit habe er immer noch große Freude. Von den Gubener gab es jedenfalls für diese Leistung tosenden Applaus.