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| 16:50 Uhr

Jubiläum
700 Jahre Pinnow in 39 Bildern

Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 700. Geburtstag von Pinnow war zweifelsohne der große Festumzug am Samstagmittag. Mit viel Aufwand haben die Dorfbewohner 39 unterschiedliche Bilder gestellt.
Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 700. Geburtstag von Pinnow war zweifelsohne der große Festumzug am Samstagmittag. Mit viel Aufwand haben die Dorfbewohner 39 unterschiedliche Bilder gestellt. FOTO: Ute Richter
Sembten. Das ganze Dorf Pinnow organisiert ein gigantisches Fest. Hunderte Gäste sehen den Umzug.

Seinen 700. Geburtstag feierte am Wochenende der kleine Ort Pinnow in der Gemeinde Schenkendöbern mit hunderten Gästen. Ein historischer Festumzug sowie ein buntes Unterhaltungsprogramm lockten zahlreiche Besucher bei bestem Feierwetter an drei Tagen ins Dorf.

Gesäumt von Menschen waren am Samstagmittag die Straßen in Pinnow, als der große Festumzug anlässlich des 700. Ortsjubiläums startete. In 39 Bildern erzählten die weit über einhundert Mitwirkenden die Geschichte des Ortes am Rande der Reicherskreuzer Heide im Naturpark Schlaubetal. Die erste urkundliche Erwähnung reicht bis ins Jahr 1318 zurück. Und genau da begann die Geschichte beim Festumzug. Da waren Gutsherren und Mitglieder der Kirchengemeinde ebenso zu sehen wie Schul- und Kindergartenkinder, Feuerwehrleute und Sportler. Erinnert wurde in Bildern an den Holzbau During, an Hausschlachten, an die Jägerschaft, an Versorgungseinrichtungen früherer Zeiten, die Post, die LPG und das Militär. Wie viele Firmen es einst und heute in Pinnow gab und gibt konnten die vielen Besucher ebenfalls sehen.

Marko Palme vom zehnköpfigen Organisationsteam erzählt, dass die Idee zur 700-Jahr-Feier im letzten Jahr direkt nach dem Vereinsfest entstand. Im September 2017 wurde eine Einwohnerversammlung organisiert, an der zahlreiche Pinnower teilnahmen. Die Idee fand großen Zuspruch und seitdem trafen sich etwa zehn Personen in regelmäßigen Abständen, um das Fest zu organisieren. „Die größte Aufgabe dabei war es, finanzielle Unterstützung zu finden. Gemeinsam haben wir rund 70 Sponsoren gefunden, die uns mit Geld oder Sachspenden dabei geholfen haben, das Fest zu finanzieren“, erzählt er. Die weiteren Aufgaben wurden gleichmäßig verteilt. Seit Mai dieses Jahres schmückten weit über 50 Figuren vor den Höfen und Häusern das 330 Einwohnerdorf.

700 Jahre Pinnow FOTO: Ute Richter

Über 30 Schaubilder wurden in Eigenleistung für den großen Festumzug gebaut und gebastelt. Die ganze Woche über wurde im Dorf gewerkelt, sauber gemacht und aufgebaut. Ortsbürgermeister Roland Kaschke, Peter Jeschke, Bürgermeister der Gemeinde Schenkendöbern, sowie Olaf Lalk, der als Vertreter des Landrates nach Pinnow kam, lobten den überaus großen Einsatz der Pinnower für ihr Fest. Und auch der älteste Einwohner von Pinnow, Kurt Swade, hat nur lobende Worte für seine Dorfbewohner und das Organisationsteam. Der 93-Jährige wohnt fast 70 Jahre in Pinnow und weiß noch viel zu erzählen aus damaligen Zeiten. Auch von über einhundert Arbeitsplätzen und zahlreichen Firmen im Ort berichtet er. Tischlerei, Sägewerk, Bauunternehmen, Förster, Schneiderei, Korbmacher, Schmiede und natürlich Landwirtschaft prägten einst Pinnow. Vieles davon war im Festumzug zu sehen. Für Kurt Swade haben die Nachbarn einen kleinen Schaukasten mit Erinnerungen an frühere Zeiten gebaut, welchen er jeden Tag vor dem Fest vor die Tür stellte. „Viele haben wunderschöne Arrangements vor ihren Toren – Puppen, Wagen und sonstiges. Ich habe einen eigenen biografischen Schaukasten“, freut er sich über den Einsatz seiner Nachbarn. Für „sein“ Pinnow hat er dann noch ein paar Zeilen, die er unbedingt loswerden will: „Pinnow, das Dorf von Wald umgeben, hier war früher ein karges Leben. Wald wurde bald zum sandigen Ackerland, dann gab’s Kartoffeln, Obst und Brot und alle waren bewahrt von großer Hungersnot.“

Bereits am Donnerstagabend spielte der SV Pinnow gegen den BSV Guben Nord Fußball. Leider ging das Spiel für Pinnower 0:7 verloren. Am Samstag luden zahlreiche Programmpunkte für Groß und Klein zum Verweilen auf dem Festgelände ein. Eine Ausstellung, die von allen Pinnowern im letzten Jahr zusammengetragen wurde, fand bei den Dorfbewohnern und den Besuchern großen Anklang. Für reichlich Verpflegung war ebenfalls gesorgt. An beiden Abenden wurde sowohl zur Disko- als auch zu Livemusik kräftig getanzt. Ein großes Höhefeuerwerk krönte den Samstagabend. Das Fest klang am Sonntagvormittag mit einem Gottesdienst sowie anschließendem Frühschoppen aus.