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Brottüten gegen Gewalt
Cottbuser Aktion „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“

Diana Lewandowski von der Bio-Bäckerei Schmidt in Cottbus: „Wir beteiligen uns an der Aktion, weil wir auf das Thema aufmerksam machen wollen.“ Mit den Tüten könnten Frauen auf unkomplizierte Weise Informationsmaterial mit Telefonnummern von Frauenhäusern und Opferberatungsstellen erhalten, falls sie diese einmal benötigen sollten. Es sei wichtig zu wissen, wohin man sich in einem Notfall wenden kann.
Diana Lewandowski von der Bio-Bäckerei Schmidt in Cottbus: „Wir beteiligen uns an der Aktion, weil wir auf das Thema aufmerksam machen wollen.“ Mit den Tüten könnten Frauen auf unkomplizierte Weise Informationsmaterial mit Telefonnummern von Frauenhäusern und Opferberatungsstellen erhalten, falls sie diese einmal benötigen sollten. Es sei wichtig zu wissen, wohin man sich in einem Notfall wenden kann. FOTO: Michael Helbig
Cottbus. Hilfsangebote und Kontaktdaten auf Brotbeuteln Hannelore Grogorick

Wer in diesen Tagen in der Bio-Bäckerei Schmidt in der Straße der Jugend 83 in Cottbus einkauft, wird etwas verwundert sein. Denn Kundinnen und Kunden bekommen die Backwaren in besonderen Brottüten verpackt. Die Tüten tragen die Telefonnummern des Carl-Thiem-Klinikums Cottbus sowie des Cottbuser Frauenschutzhauses und machen auf die Möglichkeit der medizinischen Soforthilfe und der vertraulichen Spurensicherung nach einer Vergewaltigung aufmerksam.

„Und das hat auch einen triftigen Grund“, sagt die Cottbuser Gleichstellungsbeauftragte Sabine Hiekel. Der 25. November ist der Internationale Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“. Aus diesem Anlass werden in mehr als 150 Bäckereien im ganzen Land Brandenburg öffentlichkeitswirksam 250♦000 Brottüten mit der Aufschrift „Gewalt kommt nicht in die Tüte!“ verteilt.

„Ich freue mich, dass in unserer Stadt Diana Lewandowski als Inhaberin der Bio-Bäckerei Schmidt die Aktion unterstützt. Damit sollen die Kliniken, die seit drei Jahren diese anonyme Spurensicherung anbieten, bekannter gemacht werden. Außerdem werden auf der Brottüte auch die Kontaktmöglichkeiten zu allen Frauenhäusern und von Beratungsstellen beworben“, erklärt Sabine Hiekel weiter.

Im Jahr 1999 erklärten die Vereinten Nationen den 25. November zum „Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen“. Seither wird an diesem Tag alljährlich durch weltweite Aktionen auf die gegen Frauen ausgeübte Gewalt aufmerksam gemacht.

Die Initiative für diese Aktion ging vom Frauenpolitischen Rat Brandenburg aus, der zu diesem Zwecke mit der Opferhilfe Land Brandenburg, der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten des Landes Brandenburg und dem Netzwerk der brandenburgischen Frauenhäuser sowie dem Landesverband der Bäckereien und Konditoreien Berlin-Brandenburg kooperiert, erklärt Sabine Hiekel weiter. Die Brottütenaktion wie auch die Spurensicherung werden gefördert durch das Land Brandenburg.