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Existenzgründer
Warum Lex-Preise erstmals doppelt vergeben werden

10 000-mal hat die mr.flint-Innovation aus Weißwasser ihre universelle Klemm- und Haltetechnik „Gnubbel“ im Jahre 2016 bereits verkauft. Jetzt gehören Sören und Katrin Flint mit zu den Lex-Preis-Nominierten. WiL-Vorsitzender Michael von Bronk schaut sich das „Gnubbel“-Modell 2017 an.
10 000-mal hat die mr.flint-Innovation aus Weißwasser ihre universelle Klemm- und Haltetechnik „Gnubbel“ im Jahre 2016 bereits verkauft. Jetzt gehören Sören und Katrin Flint mit zu den Lex-Preis-Nominierten. WiL-Vorsitzender Michael von Bronk schaut sich das „Gnubbel“-Modell 2017 an. FOTO: Ch. Taubert / LR
Cottbus. Von der universellen Gnubbel-Halterung bis zum Reparatur-Kit für Rotorblätter von Windanlagen – die Geschäftsideen 2017 haben die Jury begeistert.

Das hat es in der 14-jährigen Geschichte des brandenburgisch-sächsischen Lausitzer Existenzgründer-Wettbewerbes (Lex) noch nicht gegeben: Einer der drei Hauptpreisträger wird zweifach besetzt. Welcher, das wird erst am 30. November in der Eisarena der Lausitzer Füchse in Weißwasser verraten. Die mit 10 000 Euro dotierten Hauptpreise sind dafür aufgestockt worden.

Für den Vorsitzenden der Wirtschaftsinitiative Lausitz (WiL) Michael von Bronk ist das ein außerordentlich gutes Zeichen. „Wir hatten so viele exzellente Bewerbungen, dass wir uns für diese Ausnahme entschieden haben“, erklärte von Bronk am Mittwoch in Cottbus. Es seien diesmal 32 Geschäftspläne von 75 Teilnehmern eingereicht worden. Und die hätten es der Jury schwer gemacht.

Für den Geschäftsführer der Innovationsregion Lausitz GmbH (iRL) Hans Rüdiger Lange zeigt dieser Wettbewerb, wie gut die Lausitz zusammenarbeiten kann. Immerhin kommen diesmal sieben Geschäftsideen aus dem Sächsischen. Lange verweist auf Gründer, die bereits im Lausitz-Lab der iRL in Cottbus mit Experten an ihren Business-
plänen gearbeitet  oder nach neuen Geschäftsfeldern für ihre Unternehmen Ausschau gehalten hätten.

Für von Bronk und Lange sind das vor dem Hintergrund der Strukturentwicklung in der Region positive Signale. Immerhin steht bei den Jamaika-Sondierungen in Berlin ein noch schnellerer Kohleausstieg vonseiten der Grünen auf der Agenda. „Wir werden alles tun, um neuerliche Strukturbrüche in der Lausitz zu verhindern“, erklärte Michael von Bronk mit Hinweis auf die Jahre nach 1990.

Jene Gründer, die den Sprung ins Lex-Finale schafften, haben sich in den Räumen der iRL präsentiert. Die RUNDSCHAU  stellt die Nominierten für das „Beste Unternehmenskonzept“ und den Sonderpreis „Handwerk“ in einer Visitenkarte vor:

mr.-flint-Innovation, Weißwasser: Das 2015 gegründete Unternehmen von Sören und Katrin Flint, Alexander Schmidt und Toni Hanske vermarktet eine universelle Halterung aus Gummi. Der individuell einsetzbare Haltegnubbel ist wie eine dritte Hand im Alltag.

Der fünfarmige, etwa handgroße Universal-Halter ist vielseitig einsetzbar. Zur Fixierung von Gehhilfen, als Flaschenöffner, als Türklemmschutz oder Kabelsortierer.

Schnuckidu – Stoffe & Kurzwaren, Herzberg: Mandy Berger verkauft in ihrem Ladengeschäft und Online-Shop seit 2016 Stoffe. Im Herbst 2017 erweiterte sie ihre Geschäftsidee: Einerseits wurde das Sortiment um Nähzubehör erweitert, andererseits werden ab sofort auch Nähkurse für Anfänger angeboten.

- structrepair GmbH, Ruhland: Das 2016 von Ole Renner und Dr. Andrzej Czulak gegründete Unternehmen entwickelt und vermarktet Materialien und zugehörige Prozesstechnologien zur schnellen und ressourcenschonenden Reparatur von Leichtbaustrukturen, wie Rotorblätter oder Faserverbundbauteile moderner Flugzeuge sowie zur Ertüchtigung von Bauwerken wie Tunnel und Brücken.

Wake and Beach mit Aquapark, Schleife: Inhaber und Gründer André Böhme betreibt seit 2014 die erste Wakeboard- und Wasserski-Anlage in der Lausitz. Die Anlage am Halbendorfer See soll bis zur nächsten Saison um einen Aquapark speziell für Familien und eine Sommereis-Stockbahn erweitert werden.

WP Systems GmbH, Ruhland: Das 2015 gegründete Unternehmen von Holger Müller und Ole Renner  hat ein mobiles geschlossenes Rotorblatt-Wartungssystem entwickelt, welches die witterungsunabhängige Vor-Ort-Instandsetzung und Wartung von montierten Rotorblättern an Windenergieanlagen ermöglicht.

Amy’s Schneiderei für Frühgeborene, Lauchhammer: Die Gründerin Christin Pietsch konzipiert und näht Bekleidung für Frühchen, Neugeborene und Kleinkinder und vertreibt diese künftig über einen Online-Shop.

Bäckerei und Konditorei Lohse, Cottbus: Die jetzige Inhaberin Cindy Lohse hat zum Jahresbeginn 2017 den elterlichen Traditionsbetrieb übernommen und so den Fortbestand der Bäckerei-Konditorei in nunmehr dritter Generation gesichert.