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| 19:13 Uhr

Winterfütterung
Fressen, schlafen, Kältestarre

Region. Wie Tiere dem Winter trotzen und Menschen ihnen dabei helfen können.

Für die nächsten Tage und vor allem Nächste ist strenger Frost vorausgesagt. Für die Tiere eine harte Zeit, doch haben sie faszinierende Strategien entwickelt, um der Kälte zu trotzen. Eichhörnchen oder Dachse kommen zum Beispiel mit Winterruhe durch die Kälte. Beizeiten beginnen sie, sich eine dicke Fettschicht als Reserve anzufressen und legen Vorräte an. Den Winter verbringen sie überwiegend schlafend und werden nur aktiv, um Nahrung aufzunehmen, damit sie bei Kräften bleiben. Beim Winterschlaf, wie ihn Igel, Hamster und Fledermäuse halten, sinkt die Körpertemperatur der Tiere stark ab und ihr Puls und ihre Atmung werden auf ein Minimum reduziert. Manuela Brecht, Naturschutzreferentin beim Nabu, bitte deshalb darum, Winterschläfer nicht zu stören: „Vorzeitiges oder zu häufiges Aufwachen würde zu viel Energie beanspruchen, die sie zum Aufwachen im Frühjahr benötigen“.

Amphibien und Reptilien wie Frösche und Eidechsen können ihre Körpertemperatur nicht regulieren. Sie haben kein wärmendes Fell und können sich keine Fettreserven anfressen. Um dennoch der Kälte trotzen zu können, suchen sie sich gute Verstecke wie Steinhaufen, Mäuselöcher oder unter Baumwurzeln. Dort verfallen sie dann bei sinkenden Temperaturen in eine Kältestarre.

Von den Schmetterlingen sterben die meisten im Herbst und nur ihre Puppen, Raupen oder Eier kommen durch den Winter. Nur wenige Arten überwintern als Schmetterling und ganz besonders geschickt ist dabei der Zitronenfalter, der im Winter das Frostschutzmittel Glycerin bildet und somit auch draußen die frostige Zeit übersteht. Schmetterlingsarten sowie Marienkäfer und Co. suchen Zuflucht in Kellern und Dachböden.

Interessant ist auch die Überwinterung der Hornissen. Bei ihnen überleben im Herbst ausschließlich die neuen Königinnen, die in demselben Jahr geschlüpft sind. Diese überwintern in kleinen Aushöhlungen unter Rinde oder unter Holz am Boden, und im Frühjahr gründen sie dann einen kompletten neuen Staat.

Auch der Großteil unserer heimischen Vögel ist für die kalten Tage gut gerüstet. Ihre Daunenfedern sind so fein verästelt, dass sie wie bei einem Thermoanzug ein Luftpolster festhalten können. Aufgeplustert lassen sich so auch frostige Nächste überstehen. Wenige Arten, wie zum Beispiel Zaunkönig und Gartenbaumläufer, bilden sogar Kuschelgruppen, v.or allem, wenn eine wärmende Schlafhöhle zur Verfügung steht. Meisen übernachten auch gern in Nistkästen.

Wichtig ist, dass Gartenvögeln nach einer überstandenen kalten Nacht ihre Energiereserven wieder auffüllen können. Um sich warm zu halten, verlieren sie bis zu zehn Prozent ihres eigenen Körpergewichts. Wer jetzt Futter anbietet, hilft den gefiederten Freunden, ihren Energiehaushalt schnell und einfach wieder aufzufüllen.

Auch Wasservögel, wie Schwäne und Enten, haben ihre Tricks, um den kalten Winter gut zu überstehen. „Die Vögel laufen barfuß auf dem Eis, aber das macht ihnen wenig aus, denn ihre Beine und Füße sind mit einem raffinierten Wärmetauscher ausgestattet“, beruhigt die Expertin. „Die feinen Blutgefäße liegen sehr dicht beieinander, sodass das warme Blut vom Körper und das kalte Blut von den Füßen sich gegenseitig erwärmt beziehungsweise abkühlt“, erklärt Brecht.

Wasservögel sammeln sich jetzt an den noch offenen Stellen beispielsweise unter Brücken, um dort nach Nahrung zu suchen. Auf eine Zufütterung sind sie nicht angewiesen, doch wer das unbedingt machen möchte, sollte einige Regeln beachten:

Futter sollte nicht ins Wasser geworfen oder geschüttet, sondern stets am Ufer, also an Land, angeboten werden.

Auf das Füttern mit Brot sollte wegen des häufigen Zusatzes von Salz, Konservierungsstoffen und Geschmacksverstärkern verzichtet werden. Geeigneter sind Getreidekörner, Haferflocken u.und ähnliches ohne Zusatzstoffe. Auf keinen Fall sollten verschimmelte Backwaren verfüttert werden. Solche Art von Abfallentsorgung ist keine Tierliebe, sondern kann zur Erkrankung und zum Tod der Vögel führen. Auch sollte nur soviel Futter angeboten werden, wie die Tiere in kurzer Zeit aufnehmen können. Liegen gebliebenes Futter kann sich schnell mit Kot und somit Krankheitserregern vermischen, was ebenfalls zum Tod führen kann.