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Forst
Zwei Kräne für den Forster Weihnachtsbaum

Forst. Über 30 Jahre wuchs die Nordmanntanne in Noßdorf. Dienstag wurde sie zur Stadtkirche gebracht. Von Katrin Kunipatz

Völlig zugeparkt ist der Erlenweg in Noßdorf am Dienstagvormittag. Ein Autokran, Fahrzeuge des Betriebsamtes und ein Tieflader stehen zwischen den Einfamilienhäusern. Vor dem Grundstück von Bringfried Ibsch versammeln sich Mitarbeiter des Betriebsamtes.

Die Gespräche kreisen um die große Nordmanntanne. Mitten im Garten steht der stattliche Baum. Er ist gerade gewachsen. Die Äste sind dicht. Bringfried Ibsch hat sich wegen des Regens mit Nachbarn und Freunden auf die überdachte Terrasse zurückgezogen. Seit 2000 wohnt er im Erlenweg. „Damals stand der Baum schon“, sagt er. Wie alt er ist, kann der 58-Jährige nur schätzen. Möglicherweise wurde er gepflanzt, als das Haus Ende der 70er Jahre entstand. Obwohl Bringfried Ibsch den Baum nicht selbst gepflanzt hat, wollte er sich viele Jahre nicht von ihm trennen. Erst 2016 bat er die Tanne der Stadt als Weihnachtsbaum an, doch da gab es schon Kandidaten. Jens Avermann, beim Betriebsamt Forst für den Bereich Grünflächenpflege verantwortlich, versprach dem Noßdorfer den Baum 2017 auf den Weihnachtsmarkt zu stellen.

Am Dienstag war es schließlich so weit. Nach Dienstbeginn holte das Betriebsamt zuerst die beiden Bäume für den Eingang der Stadtkirche ab. „Einen spendet Batterie-Schulz von der Gubener Straße und der zweite kommt von Familie Vogt aus der Immanuel-Kant-Straße“, sagt Jens Avermann. Beim Transport aller drei Bäume bekommt die Stadt Hilfe von Mattig & Lindner, die den Einsatz von Kran und Tieflader bezahlen.

Doch am Erlenweg stockt der enge Zeitplan. Der Kranfahrer schreitet den Weg ab, besieht sich den Baum und entscheidet, dass sein 50-Tonnen-Kran dafür nicht genügend Ballastgewicht hat. Es wird telefoniert. Eine Stunde später ist ein zweiter Kran, der in Tschernitz im Einsatz war, nach Forst gefahren. Beim Aufstellen des 80-Tonnen-Krans fassen auch die Betriebsamtsmitarbeiter zu. Dann geht es recht schnell. Thomas Harnasch sägt den Stamm ab. 35 Jahresringe werden sichtbar.

Sehr langsam, mit viel Feingefühl setzt der Kranfahrer des 80-Tonnen-Krans den 3,5 Tonnen schweren Baum auf dem Tieflader ab. Weit ragen die Äste über das Fahrzeug hinaus. Der Transport zum Markt klappt problemlos. Und auch beim Aufstellen läuft alles glatt. Kurz nach 14 Uhr – zwei Stunden später als geplant – steht die Tanne neben der Kirche. Die Lichterkette wird deshalb erst am Mittwoch angebracht.

Über dem Erlenweg schwebt die 14 Meter große Nordmanntanne für den Forster Weihnachtsmarkt
Über dem Erlenweg schwebt die 14 Meter große Nordmanntanne für den Forster Weihnachtsmarkt FOTO: Katrin Kunipatz / LR