ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:06 Uhr

Zukunft entsteht aus Erinnerungen

Klinge.. Bereits zum vierten Mal schafft der 1999 ins Leben gerufene Heimatverein Klinge am Samstag, dem 26. Juli, mit einem Heimattreffen Gelegenheit der Begegnungen unter dem Motto „Klinge lebt“ .


Es treffen sich viele ehemalige mit den wenigen verbliebenen Einwohner des Ortes, welcher bis auf einen Rest im Braunkohletagebau verschwand. Es sind Begegnungen mit der Vergangenheit des über 500 Jahre alten Gutsdorfes auf halbem Wege zwischen Cottbus und Forst. Es sind ebenso Begegnungen mit der mehr und mehr Formen gewinnenden Zukunft des heutigen Ortsteils von Gosda in der Gemeinde Wiesengrund. Der Ort liegt am zukünftigen Klinger See, welcher im Tagebaurestloch direkt hinter dem „Adler“ Sportplatz entsteht.
Viele Menschen, die sich noch als Klinger verstehen, haben heute in Cottbus und Umgebung ihren Wohnsitz oder in den Nachbardörfern oder leben in der Kreisstadt Forst. Mehr als 800 waren beim allerersten Klinger Treffen da, bei den folgenden jeweils mehr als 600, darunter auch viele aus den weggebaggerten Ortschaften wie Tranitz, Weißagk und Lieskau, berichtet Bernd Rainer Ackermann, einer der Organisatoren.
Mit einem halben Dutzend aus dem 34 eingetragene Mitglieder zählenden Heimatverein präzisiert der Vorsitzende das Festprogramm: Auftakt mit Frühschoppen ab 10 Uhr; Bilderausstellung im Zelt mit zum Teil neu aufgetauchten Fotodokumenten von Klinge gestern und heute, Kutschfahrten, Hüpfburg für die Kinder und Rundfahrten auf Vattenfall-Betriebsgelände um den künftigen Klinger See. Nachmittags Showprogramm mit der Schmogrower Trachtentanzgruppe und Überraschungen, ab 19 Uhr Tanzabend.
Doch den Heimatverein von Klinge drückt noch ein Schuh: „Wir möchten gerne unsere alte Gutsglocke nach Klinge zurück holen, nach dem uns das mit Unterstützung des Bergbauunternehmens und verständnisvollem Entgegenkommen unserer Partner schon mit dem Raubritter-Tor gelang.“
Michael Galle, der sich maßgeblich um die Foto- und Video-Dokumentation kümmert, erzählt von den umsichtigen Kirchenältesten, die die in einer Garage aufbewahrte Glocke praktisch im letzten Moment vor der für 1996 angekündigten Abbagerung des Ortes bewahren wollten. Sie gaben das historische Stück von 1536 in die Hände des Gubener Naemi-Wilke-Stifts, wo es heute - inzwischen sachkundig restauriert - in der „Herberge zur Heimat“ erklingt.
Die Gubener geben das Original den Klingern zurück unter der Bedingung, dass sie im Austausch dafür eine adäquate Kopie bekommen. Das Geld dafür wollen die Klinger aufbringen. Spenden sind auf dem Konto des Heimatvereins Klinge,
Konto-Nummer 340 2106948
BLZ 18050000
Sparkasse Spree-Neiße
unter dem Kennwort „Gutsglocke“ willkommen. (bm)