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| 02:37 Uhr

Zug-Verspätung: Grüne Bahnhofstour startet mit Taxifahrt nach Klinge

Michael Jungclaus musste in Cottbus von der Bahn aufs Taxi umsteigen, um noch halbwegs pünktlich nach Klinge zu kommen.
Michael Jungclaus musste in Cottbus von der Bahn aufs Taxi umsteigen, um noch halbwegs pünktlich nach Klinge zu kommen. FOTO: Beate Möschl
Klinge. Es ist 9.18 Uhr, der Zug hält pünktlich am Haltepunkt Klinge, aber niemand steigt aus. Auf dem Bahnsteig warten Egbert S. Piosik, ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Wiesengrund, Regina Schutt und Bernd-Rainer Ackermann vom Heimatverein Klinge und Günther Quander, Amtsdirektor Döbern-Land, auf den Landtagsabgeordneten Michael Jungclaus. B.M.

Der verkehrspolitische Sprecher von Bündnis 90/Die Grünen im Brandenburger Landtag hatte sich gemäß Fahrplan um die Zeit in Klinge angekündigt. Anlass: die dritte von insgesamt 18 Bahnhofstouren des Landtagsabgeordneten durch Brandenburg mit Stationen in Klinge, Bagenz, Kunersdorf, Kolkwitz, Kolkwitz-Süd sowie Cottbus-Wilmersdorf und Cottbus-Merzdorf. Jungclaus hat sich für 2015 vorgenommen, die mehr als 60 Bahnstationen in Brandenburg mit weniger als 50 Ein- und Aussteigenden pro Tag persönlich in Augenschein zu nehmen, ihre Potenziale und die Menschen kennenzulernen, die an diesen Bahnstrecken leben.

Den Klingern kommt das gerade Recht, haben sie doch erst vor der letzten Bundestagswahl politischen Rückhalt für ihre Bahnstation in Klinge organisiert und den damaligen Bundestagsabgeordneten Wolfgang Nekovic (Linke) mobilisiert. Michael Jungclaus entgeht ihnen trotz Verspätung des Regionalexpress Wismar-Berlin und des dadurch in Cottbus verpassten Anschlusszuges nach Klinge nicht. Denn der ist in Cottbus kurzerhand in ein Taxi gestiegen. Jungclaus nutzt die Zeit bis zur Rückfahrt um 11.40 Uhr von Klinge nach Cottbus, um das Potenzial des Ortes in Augenschein zu nehmen, der eine touristische Perspektive mit Campingplatz, Badestrand und kleiner Ruder-Regatta-Strecke plant. Dafür hat sich an der ehemaligen Tagebaukante in Klinge bereits viel getan. "Das ist ganz schön dicht dran", bemerkt Jungclaus. "Keine Sorge, hier befinden wir uns auf gewachsenem Boden, hier rutscht nichts weg", beruhigen ihn Egbert S. Piosik und Bernd-Rainer Ackermann, Vorsitzender des Heimatvereins Klinge. Damit Klinge als touristisches Ziel gut erreichbar bleibt, soll auch die Bahnstation bleiben, nimmt Jungclaus als Botschaft mit.