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Zu den Bahnplänen in Polen

Leserbrief. Zum Beitrag über die möglcihen Ausbaupläne Polens in der Grenzregion (RUNDSCHAU vom 4. August): "Die Hoffnung stirbt zuletzt, so hätte auch Ihr Beitrag (…) überschrieben sein können, denn bereits 2008, also vor zehn Jahren gab es eine solche Ankündigung. Heinz-Peter Bischoff, Forst

(….) Da ich mich seit Jahren mit der Historie und Zukunft des grenzüberschreitenden Bahnverkehrs in unserer Region beschäftige, sind mir auch die Höhen und Tiefen hinreichend bekannt. Seit Jahren befinden wir uns, zumindestens was die Personenbeförderung betrifft, in einem Abschwung, der allerdings auch von den sinkenden Bedarfen der Bahnkunden beeinflusst wird. Der Investitionsstau sowohl auf den Bahnlinien Guben -Gubin - Krosno Czerwiensk (Verbindung nach Grünberg) als auch auf der Strecke Cottbus - Forst - Zagan - Glogow (Verbindung nach Breslau) ist gewaltig. Das beginnt bei recht maroden Brückenbauwerken, geht über das überwiegend fehlende zweite Gleis weiter und endet bei der fehlenden Elektrifizierung. Zwischenzeitlich wurde in Polen der Ausbau der Strecke von Wroclaw in Richtung deutsche Grenze massiv vorangetrieben. Der Abschnitt Wegliniec nach Horka ist bis auf die Inbetriebnahme der Oberleitung fertiggestellt. Wer da noch Hoffnung auf den Ausbau der Strecke Forst - Wroclaw hat, ist kein Optimist sondern Utopist. Leider geht es bei der Deutschen Bahn nur langsam vorwärts. (….) Ihrem Verweis auf den Kulturzug entnehme ich, dass Sie damit noch nicht gefahren sind.Es ist ein halbherziges und unzureichend durchdachtes Angebot, aber günstig in knapp fünf Stunden (einfache Fahrt) für 38 Euro von Berlin nach Wroclaw und zurück zu kommen und gute sechs Stunden zur Erkundung von Breslau zu haben. Der Mangel: Keine Sitzplatzreservierung und damit sind bei Zustiegen in Cottbus oder Forst(wenn möglich) gute drei Stunden Stehplatz im Preis mit inbegriffen. Für mich hat das mit Kultur wenig zu tun, denn Kultur beginnt beim Reisen."