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| 16:09 Uhr

Museumsnacht
Zeitsprung mit neuer Attraktion

Präparator Klaus-Dieter Jost führt im Freilichtmuseum Klinge letzte Arbeiten am Nachbau des wollhaarigen Nashorns aus. Zur Museumsnacht will es der Verein feierlich präsentieren.
Präparator Klaus-Dieter Jost führt im Freilichtmuseum Klinge letzte Arbeiten am Nachbau des wollhaarigen Nashorns aus. Zur Museumsnacht will es der Verein feierlich präsentieren. FOTO: LR / Katrin Kunipatz
Klinge. Zur Museumsnacht wird das wollhaarige Nashorn erstmals Besuchern vorgestellt. Von Katrin Kunipatz

Es ist gewaltig. Acht Männer haben das rund zehn Zentner schwere Wollnashorn Ende August an den vorbereiteten Platz im Freilichtmuseum „Zeitsprung“ in Klinge getragen. Einige Tage danach sitzt Präparator Klaus-Dieter Jost mit einem Spachtel neben dem 4,5 Meter großen Modell und arbeitet an den letzten Feinheiten.

Seit Januar hat der 61-Jährige – mit Unterbrechungen – in seiner Werkstatt in Bagenz an dem Koloss gearbeitet. Den Auftrag dafür bekam er von der Interessengemeinschaft Klinger See. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des Freilichtmuseums „Zeitsprung“ in Klinge wollte der Verein mit einem neuen Exponat den Erlebnispfad erweitern, erläutert Vorstandsmitglied Kerstin Diener. Rund 10 000 Euro kostet das Wollnashorn. Etwa die Hälfte gibt der Landkreis Spree-Neiße als Förderung dazu. So konnte der Wunsch Wirklichkeit werden. Selbst wenn es länger dauerte, als ursprünglich geplant. Denn eigentlich sollte das Nashorn schon Ende Mai geliefert werden.

Das Freilichtmuseum, dessen Attraktion der naturgetreue Nachbau eines wollhaarigen Mammuts ist, entführt die Besucher in die Erdgeschichte vor rund 120 000 Jahren. In einem Geländeeinschnitt sind verschiedene Bodenschichten sichtbar, aus denen sich die Entwicklung eines eiszeitlichen Sees ablesen lässt. Außerdem fanden sich in den Tongruben in der Gegend von Klinge Reste der im Eiszeitalter lebenden Tiere und Pflanzen. Unter den Fossilien waren Mammutknochen, die Geweihschaufel eines Riesenhirschs und eben Reste des Wollnashorns.

Für den Nachbau hat Klaus-Dieter Jost ein Stahlskelett geschweißt und die Form des Tiers aus Hartschaum modelliert. Beim Aussehen und der Größe orientierte er sich an Abbildungen in der Literatur. Und weil das wollhaarige Nashorn wasserfest sein muss, bildete er die Fellstruktur mit Kunstharz nach. Die Nachbildung des Pflanzenfressers vermittelt den Besuchern nun einen Eindruck von der Größe dieser in der Eiszeit in unseren Breiten lebenden Tiere. Außerdem hat die Interessengemeinschaft entlang des Erlebnispfads ein kleines Biotop mit heimischen Pflanzen angelegt. Geöffnet ist das am Fürst-Pückler-Radweg gelegene Museum täglich.