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| 18:24 Uhr

Geschäftsjubiläum in Döbern
Zeitreise in Anfänge des Oho-Markts

In alten Erinnerungen schwelgen: Ralf Klekar vom Heimatverein (2.v.l.) sowie Angelika Kruper, Anja Kiesche und Marion Zäper (v.l.n.r.) beim Betrachten von alten Fotos und Zeitungsartikeln.
In alten Erinnerungen schwelgen: Ralf Klekar vom Heimatverein (2.v.l.) sowie Angelika Kruper, Anja Kiesche und Marion Zäper (v.l.n.r.) beim Betrachten von alten Fotos und Zeitungsartikeln. FOTO: Anja Guhlan
Döbern. Vor 40 Jahren öffnete der Konsum. Der Heimatverein Döbern hat eine Foto-Ausstellung dazu gemacht. Von Anja Guhlan

Marktleiterin Marion Zäper kann es noch immer nicht richtig fassen. Am 6. Oktober feiert der Oho-Markt, in dem sie seit 1991 arbeitet, das 40-jährige Bestehen. Genau vor 40 Jahren am 6. Oktober 1978, dem 29. Republikgeburtstag, einem Freitag um 9 Uhr öffnete die „Großraumverkaufsstelle“ in der Friedrichshainer Straße. Inzwischen ist  das Stück der Straße in Aufbaustraße umbenannt worden.

„Wir wollten uns zum Jubiläum gerne bei unseren vielen Kunden bedanken und dachten, dass wir die Kunden auf eine kleine Zeitreise schicken könnten“, erzählt Marion Zäper. Sie fragte beim Döberner Heimatverein an, ob es altes Fotomaterial von der Eröffnung des Marktes aus dem Jahr 1978 gibt. Der Vizevorsitzende Ralf Klekar nahm sich der Sache an. Er wusste, dass der Heimatverein über ein gewaltiges Foto- und Videoarchiv des einstigen Döberner Fotografen Franz Klich verfügt. Also stöberte Ralf Klekar tagelang in diesem Archiv und wurde fündig. Fotodokumente über die Zeit des Aufbaus des Marktes, das Einräumen der Regale, die Eröffnung und über die vielen Gratulationen wurden wieder sichtbar.

„Ab Donnerstag wird in dem Markt eine Foto-Ausstellung mit insgesamt 32 Bildern auf acht Tafeln zu sehen sein“, berichtet Ralf Klekar. Er hat eine Auswahl von Bildern ausgesucht und ist derzeit dabei die Tafeln zu bekleben.  Kunden und Gäste können sich die Fotos direkt im Markt ansehen und in Erinnerungen schwelgen oder erstmals eine Zeitreise unternehmen.

Schon beim ersten Betrachten einiger Bilder entdecken die Mitarbeiterinnen Anja Kiesche, die seit 2008 im Markt arbeitet und Angelika Kruber, die seit 1999 da ist, alte Kolleginnen. „Ach schau mal, da ist Regine Tschammer, die erste Verkaufsstellenleiterin“, meint Angelika Kruper. Auch erste Kunden wie Renate Pantke und Gisela Reisner  sind auf den Bildern zu entdecken. „Zu einigen alten Kolleginnen haben wir bis heute Kontakt“, erzählt Marion Zäper und fügt hinzu: „Und auch manche Kunden halten bis heute dem Markt die Treue. Obwohl andere Anbieter des täglichen Bedarfs direkt in der Nähe angesiedelt sind.“ Auch der Markt selbst habe sich nur wenig verändert. Schilder und Regale, ja selbst die kleinen Einkaufswägen muten an, wie aus längst vergangenen Zeiten. Oho-Märkte sind nach der politischen Wende in der Region beinahe reihenweise verschwunden. In der einstigen Glasmacherstadt Döbern hält sich der Oho-Markt jedoch noch.

Doch in 40 Jahren habe sich auch viel verändert. Die Stadt mit seinen Einwohnern ist kleiner geworden. „Wo 1978 noch um die 5000 Menschen hier lebten,  wohnen heute gerade mal 2800 Menschen in der Stadt“, bedauert Zäper. So habe sich beispielsweise der Kassenbereich von zwei auf eine Kasse verkleinert, das Warenangebot ist vielfältiger geworden und die Kunden kaufen viel bewusster ein. „Wir haben sehr viele regionale Waren  im Angebot und auch alte DDR-Marken dürfen bei uns nicht fehlen. Wenn es etwas nicht gibt bei uns, wird es bestellt. Kundenwünsche stehen ganz weit oben“, berichtet Zäper. Kunden werden mit einer aufgeweckten Fröhlichkeit sogar beim Namen angesprochen. Man kennt sich eben.

Zum Jubiläum hat sich der Markt auch eine Gewinnspiel-Aktion ausgedacht: Jeder Kunde der zwischen 4. und   6. Oktober einen Einkaufswert von über zehn Euro im Markt umsetzt, darf seinen Kassenbon mit Name und Adresse versehen in eine Losbox werfen. Nach 14 Tagen werden dann die glücklichen Gewinner ermittelt, denen Sachpreise zukommen werden.

Wenn die Marktleiterin und ihre Kolleginnen an die Zukunft denken, ist ihnen nicht bange. „Perspektivisch wird es weitergehen. An eine Schließung ist noch längst nicht zu denken“, meint Zäper. Vielleicht sieht man sich ja zum 50-jährigen Bestehen wieder, heißt es zum Abschluss.