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Zeitreise im Forster "Manitu"

Wie ein Blick in vergangene Zeiten mutete am Freitag die Stimmung im Forster "Manitu" an.
Wie ein Blick in vergangene Zeiten mutete am Freitag die Stimmung im Forster "Manitu" an. FOTO: M. Jahn/mj1
Forst. Das erste Gewandungstreffen in der Forster Erlebnisgaststätte "Manitu" ist erfolgreich gestartet. Rund 25 Interessenten aus Forst, Cottbus und dem weiteren Umfeld waren dem Aufruf der letzten Vasallen der Biebersteiner gefolgt. Diese bilden die Interessengemeinschaft Johannes Gaudium des Kulturvereins Manitu, die auch das Mittelalterspektakel in Forst organisiert. Margit Jahn / mj1

Was in anderen, aber weit entfernten Regionen bereits seit Jahren angeboten wird, wollen die Forster nun hier zur Regelmäßigkeit werden lassen: Am Freitagabend lud die Gruppe um Michael Heinisch - im wahren Leben Hörgeräte-Akustiker in Forst und Mitorganisator des Mittelalterspektakels Johannes Gaudium - alle Interessierten zu einem lockeren Gewandetenstammtisch in das Forster "Manitu" ein. Da das einmal jährlich im Juni stattfindende Johannes Gaudium just auf diesem weitläufigen Gelände stattfindet, ließ dies die Organisatoren als passenden Ort erscheinen.

Die Idee kam bei einem Lagerbesuch Ende Oktober in Werbellin. Aimo und Andrea Bartel sowie Michael Heinisch und Ingrid Kaiser waren am Lagerfeuer sitzend damals auf den Gedanken gekommen, dass so ein Gewandetenstammtisch auch in Forst auf Interesse stoßen würde. So entstand die Idee, einen Versuch zu wagen und Gleichgesinnte auf einen gemütlichen Plausch und Erfahrungsaustausch zusammenzutrommeln.

Wer einmal dem Mittelalter verfallen sei und sich inzwischen die eine oder andere Gewandung zugelegt habe, sei froh darüber, diese nicht nur einmal oder zweimal aus dem Schrank zu holen, so die Gedanken der Organisatoren. Wer es einmal ausprobiert habe, der wisse, man bewege sich und lebe ganz anders, wenn man in schöner Gewandung unterwegs sei. Es sei ein ganz eigenes Lebensgefühl. Und was besonders die Frauen motiviere: In den schönen langen Kleidern sehe man wie eine Frau aus und fühle sich auch so.

Michael Heinisch begrüßte die interessierten Gäste und war über die Resonanz des ersten Treffens sehr erfreut. Aus Forst, Cottbus und dem weiteren Umfeld wurde angereist. Über 25 Interessierte, unter ihnen zehn Tänzer und Tänzinnen der historischen Tanzgruppe "Rondo Lusatia" und weitere Gewandete waren zugegen und konnten in lockerer Runde und auch mit viel Zeit ihren Gedanken freien Lauf lassen lassen. Auch Aimo Bartel begrüßte, schwer Grippe geplagt, die Gäste und sagte zu den gut gefüllten Tischen: "Ich bin begeistert. Wir haben das nicht erwartet. "

Ein weiteres Angebot machte Michael Heinisch, als er sagte, jeder, der einmal bei einem Lager dabei sein möchte, sei herzlich willkommen. Drei Tage an der frischen Luft, umgeben von vielen Gleichgesinnten und Freunden, das Sitzen und Singen um ein gemütliches Lagerfeuer, gemeinsam eingenommene Mahlzeiten und unendlich viel Zeit zum Plaudern - diese Auszeit vom oft stressigen Alltag sei es, was die meisten diesem Hobby frönen lasse. Man tauche ein in alte Zeiten, wo aus einfachen Dingen vieles hergestellt wurde. Sei es das Filzhandwerk, Schnitzereien, Töpfereien, Seilherstellung oder anderes. In diesen Märkten werden alte Handwerkskünste zu neuem Leben erweckt, und der eine oder andere komme so zu einem neuen Hobby.

So auch Christine Anderßon, die sich im Hinblick auf das nächste Johannes Gaudium dem Töpfern von kleinen Rosen verschrieben hat. Die Rose als Forster Wahrzeichen anzubieten, sei ihr Beitrag zum kommenden Gaudium. 30 Stück sind an zwei Wochenenden in ihren Händen schon entstanden.

Generell werden Gleichgesinnte gesucht, die das Gaudium unterstützen wollen, oder auch einfach nur als Helfer ein paar Tage neue Mittelalterluft schnuppern wollen.

Alle zwei Monate wollen die Veranstalter einen solchen Stammtisch organisieren, nicht immer im "Manitu". Es sollen wechselnde Orte werden, und in den wärmeren Zeiten natürlich auch draußen. Neue Termine und Organisatorisches können auf der Facebookseite verfolgt werden.

Zum Thema:
Das nächste Johannes Gaudium findet am 10./11. Juni 2017 in Forst statt. Ein eventuelles Lager ist beim Stadtfest in Ruhland vom 19. bis 21. Mai geplant, sowie ein Besuch und ein Lager im polnischen Kosuchow, welches terminlich dazwischen liegt. Auch ein erneutes Lager in Werbellin im Oktober wird geplant.