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Spree-Neiße
Zeit zum Danke sagen

Auch die  Forsterin Doris Dreßler wurde vom Landrat Harald Altekrüger für ihre Verdienste ausgezeichnet. Bei der ersten Veranstaltung waren 24 Ehrenamtler aus dem Kreis eingeladen worden.
Auch die  Forsterin Doris Dreßler wurde vom Landrat Harald Altekrüger für ihre Verdienste ausgezeichnet. Bei der ersten Veranstaltung waren 24 Ehrenamtler aus dem Kreis eingeladen worden. FOTO: Margit Jahn
Forst. Einen Tag vor Nikolaus, wo man seine Lieben mit netten Kleinigkeiten überrascht,hat Landrat Harald Altekrüger (CDU) zum ersten Mal auch im Landkreis Spree-Neiße beim „Tag des Ehrenamtes“ in dieser besonders würdigen Form Ehrenamtlern gedankt.

Aus 84 Vorschlägen hatte eine Jury 24 Personen ausgewählt. Und „diese Wahl sei nicht einfach gewesen“, so die Vorsitzende des Kreistages, Monika Schulz-Höpfner (CDU).

Bevor die 24 ausgewählten Personen ihre Ehrung bekamen, gab es eine musikalische Einstimmung mit John Bastons „Siciliana“ sowie einem „Allegro“ von Stefanie Rösler an der Blockflöte sowie Dieter Gericke am Klavier. Die Musik-und Kunstschule Spree-Neiße untermalte die festliche Veranstaltung im Forster Rosengarten-Restaurant „Rosenflair“. Der Landrat fand ehrende Worte für die „Stellvertreter für viele Ehrenamtliche im Landkreis“. Nominiert waren 24 Personen aus den Bereichen Umwelt-, Natur- und Tierschutz, Zivilcourage, Katastrophenhilfe und Gefahrenabwehr, aus dem Sportbereich, Kultur, Politik, Religion und Brauchtumspflege sowie dem sozialen Bereich, also der Fürsorge und Hilfe sowie der Unterstützung und Pflege anderer Menschen. „Sportvereine würden ohne Ehrenamt nicht funktionieren, und auch im sozialen Bereich gibt es unheimlich viel Engagement“, sagte Altekrüger. Sei es im Krankenhaus, als Elternunterstützer oder beim Vorlesen oder so vielen anderen Tätigkeiten – die Ehrenamtlichen seien herzlich engagiert.

Im Jahr 2015, als viele Flüchtlinge auch im Landkreis Spree-Neiße ankamen und betreut werden mussten, gab es viele aktive Helfer, die sich sagten „Da packe ich mit an – da kümmere ich mich drum“, so Altekrüger. Er würdigte  aber auch die Arbeit von Menschen wie Reinhard Natusch, der  vor kurzem von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) als brandenburgischer „Ehrenamtler des Monats“ geehrt wurde. Von Natusch  kleinem, so liebevoll aufgebautem „Dorfmuseum Sacro“ schwärmte der Landrat besonders. Dort wären wahre kleine Schätze zu finden, die Natusch in vielen Jahren zusammen getragen hat.

Altekrüger hob aber auch Doris Dreßler hervor, die sich in Forst besonders um die Belange von  Menschen kümmert, die sozial benachteiligt sind. Sie wurde gleich von drei Personen oder Gruppen für die Ehrungsveranstaltung vorgeschlagen.

Aber es gab auch ganz andere Formen des Engagements, die gewürdigt wurden. Wie das „Drachenfest“ des Drebkauer „Drachenvaters“ Dieter Klante, der so seit 16 Jahren Alt und Jung auf ganz besondere Weise zusammenbringt. Nostalgisch wie früher, werden hier die Drachen noch selbst gebaut und gemeinsam in einem großen Fest gen Himmel gelassen. Ein ganz besonderer Höhepunkt war eine Drachenkette mit 1112 Drachen an einer Schnur.

Diese Aktionen, die mit so viel Herzblut organisiert, aber teilweise auch finanziert werden, machen die Helden aus, die oft in der stillen zweiten Reihe tätig sind. Zum Wohle der Gemeinschaft werden  Dinge angeschoben, die eine ganze Lawine aus Freude, Aktion aber auch Dankbarkeit auslösen können.

Für dieses Engagement, wurden aus Forst Olga Bergmann, Doris Dreßler, Manfred Meier, Reinhard Natusch, und Hans-Georg Schiemenz geehrt. Olga Bergmann wurde geehrt für ihren besonderen außerordentlichen Einsatz in der Arbeit mit Kindern, insbesonders zur Integration geflüchteter Mädchen. Manfred Maier fühlt sich dem Gemeinwesen und der Seniorenarbeit verpflichtet. Mit Musik möchte er Freude in den Alltag bringen und leitet seit 2004 den Seniorenchor des DRK Kreisverbandes Forst Spree-Neiße. Dies mit viel Leidenschaft, Durchhaltevermögen und Kreativität. Hans-Georg Schiemenz erhielt den Zuschlag für den Bereich Bodendenkmalpflege. Kreisweit ist er seit den 70er-Jahren ehrenamtlich in der Begehung von Fundplätzen und der Fundbearbeitung tätig. Inzwischen hat er sich in seiner Freizeit zum ehrenamtlichen Bodendenkmalpfleger qualifiziert.

Aus allen Städten und Gemeinden des Kreises waren am Abend ausgewählte Ehrenämtler in Forst dabei. So zum Beispiel  Kathleen Göldner aus Guben, die sich um die Jugendfeuerwehr und dem Katastrophenschutz verdient gemacht hat. Oder Karla Fröhlich aus Kolkwitz, die ihr Kräuterwissen beim Naturschutz einbringt. Wenn ein Notfallseelsorger gebraucht wird, ist beispielsweise Reinhard Hanschkatz aus Glinzig bereit.

Der jüngste Ausgezeichnete war Leon Heruth. Mit seinen 19 Jahren engagiert er sich bei der freiwilligen Feuerwehr sowie dem Jugendchor in Burg. Engagiert für ihre Heimat, den Ort Drewitz, ist Angela Buhse. Sie hat sich um die Kirche in Drewitz, aber auch das Gemeinwohl engagiert.

„Wir müssten alle ehren, aber das kann man nicht leisten“, sagte Monika Schulz-Höpfner zu den insgesamt 84 Vorschlägen. Mit den ausgewählten 24 ist es aber eine mehr als symbolische Geste für viele andere freiwillige Helfer überall in unserem Land.

Mit ihrer engelszarten Stimme ließ Josefine Lüdtke – begleitet von Friederike Mros an der Gitarre – den ehrenden Abend musikalisch ausklingen.