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| 02:38 Uhr

Zeit haben für die Jugend

Sozialarbeiter Siegmar Bartig.
Sozialarbeiter Siegmar Bartig. FOTO: slu
Forst/Groß Schacksdorf. Sie ist ein sozialer Brennpunkt, die Waldsiedlung in Groß Schacksdorf. Beispielsweise die Zahlen der Kindeswohlgefährdungen sind höher als sonst in Spree-Neiße. Steffi Ludwig

Deshalb hat das Jugendamt des Landkreises gemeinsam mit dem Amt Döbern-Land die Stelle eines Sozialarbeiters eingerichtet - auf Drängen des Jugendhilfeausschusses ist aus der anvisierten halben Stelle eine ganze geworden, die jedoch aus Mangel an geeignetem Personal erst später besetzt werden konnte als geplant.

Seit September 2016 ist Sozialarbeiter Siegmar Bartig (53) über das Albert-Schweitzer-Familienwerk Spremberg nun in der Waldsiedlung unterwegs. Ein erstes Resümee zog er am Montagabend im Jugendhilfeausschuss.

Bartig, der von den Jugendlichen "Leo" genannt werde, sei inzwischen schon anerkannt als "Neuer", sagt er von sich. Der vierfache Vater hat vorher lange als Streetworker und im offenen Jugendtreff in Spremberg gearbeitet - und gehe nach eigenem Bekunden offen auf die Jugendlichen zu, warte beispielsweise am Schulbus und suche dort das Gespräch mit ihnen. Um noch mehr herauszufinden, was die Jugendlichen wollen, plane er eine Fragebogenaktion. Da er bereits in Spremberg eine Fahrradwerkstatt für die Jugendlichen geführt habe, leite er auch jetzt an, wenn die Jugendlichen kaputte Fahrräder hätten. Denn auch er sei, da er sein Büro im Ort Groß Schacksdorf habe, viel mit dem Rad bis in die Waldsiedlung unterwegs. Gespräche mit dem neuen Vermieter der Waldsiedlung für ein Büro direkt vor Ort würden laufen, so Bartig.

Gemeinsam mit dem Albert-Schweitzer-Familientreff habe er bereits einige Veranstaltungen organisiert wie eine Halloweenparty, die gut angenommen wurden. In der Turnhalle Groß Schacksdorf habe er einmal pro Woche "Hallenzeit", die auch gut ankomme - nicht nur zum Bolzen, sondern auch beispielsweise für Tischtennis. Ein weiterer Plan sei, mit den Kindern nach Weißwasser zum Schlittschuhlaufen zu fahren.

Zudem versuche er, ein Netzwerk mit den verschiedenen Akteuren aufzubauen. "Ich will mich in die Gemeinde einbringen", sagt er. So habe es unter anderem Treffen mit Bürgermeister Wolfgang Katzula sowie Gemeindevertreterin Kirsten Schütz gegeben, mit den anderen Jugend- und Schulsozialarbeitern der Umgebung, mit Jugendkoordinator Christian Müller. Die Bürger in der Waldsiedlung habe er als recht offen erlebt, sagt Bartig. "Es ist nicht so schlimm, wie ich es mir vorgestellt hatte", sagt er auf eine Frage von Ausschussmitgliedern.

Weil der Jugendförderplan des Landkreises die Förderung der Jugendarbeit vor Ort vorgesehen hat, sind die Stellen in der Waldsiedlung und in der Schulsozialarbeit Kolkwitz entstanden. Es entfielen die Förderungen des Kreisjugendringes und der überregionalen Jugendberufsberatung.

Zum Thema:
Die Stelle wird zu 25 Prozent vom Amt Döbern-Land beziehungsweise der Gemeinde Groß Schacksdorf-Simmersdorf und zu 75 Prozent vom Jugendamt Spree-Neiße finanziert. In letzteren Anteil fließen nach Auskunft von Fachbereichsleiter Manfred Thuns ein kleiner Teil Landesmittel sowie Kreismittel ein. Auch die Halbtagsstelle des Jugendkoordinators Döbern-Land, Christian Müller, finanziert sich aus 25 Prozent Amts- und 75 Prozent Jugendamtsmitteln. Um diese Stelle hatte es im Herbst Diskussionen gegeben, da sie mit einer anderen halben Stelle zusammengelegt werden sollte. Eine Kündigung der Stelle wurde jedoch zurückgenommen, der Jugendkoordinator ist im Dienst.