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| 16:10 Uhr

Große Überraschung
Großer Zapfenstreich für den Kreisbrandmeister

Landrat Harald Altekrüger und Wolfhard Kätzmer schreiten gemeinsam die Ehrenformation ab.
Landrat Harald Altekrüger und Wolfhard Kätzmer schreiten gemeinsam die Ehrenformation ab. FOTO: Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiß / Dominik Ernst
Forst. Feuerwehrleute, Rettungskräfte und Verwaltung überraschen Wolfhard Kätzmer zur Dienstberatung.

Große Überraschung am Mittwochabend für den scheidenden Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer, der am 23. Juli sein Ehrenamt niederlegen wird. Der dachte eigentlich, seine gewohnte Dienstberatung mit den Wehrführern aus dem Landkreis abzuhalten. Doch die geplante Sitzung entwickelte sich spontan zur großen Verabschiedungszeremonie mit Stadtrundfahrt und einem großen Zapfenstreich am Zielort.

Mehr als 200 Kameraden, Mitglieder von Rettungsdienst, THW und anderen..Blaulichtorganisationen standen Spalier,
Mehr als 200 Kameraden, Mitglieder von Rettungsdienst, THW und anderen..Blaulichtorganisationen standen Spalier, FOTO: Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiß / Dominik Ernst

Kurz nachdem Wolfhard Kätzmer die Dienstberatung im Brand- und Katastrophenschutzzentrum eröffnet hatte, ging der Hausalarm los, alle mussten raus. Vor der Tür dann die Überraschung: eine Ehrengarde mit Motorrädern und historischen Feuerwehrfahrzeugen. Darunter ein Feuerwehr-Wartburg – das Modell, das Kätzmer schon bei seinem Dienstantritt als Dienstwagen zur Verfügung stand. In Kolonne ging es durch die Rosenstadt, während im Gasthaus Sacro die Ehrenformation Aufstellung bezog. Mehr als 200 Kameraden, Mitglieder von Rettungsdienst, Technischem Hilfswerk und anderen Blaulichtorganisationen standen Spalier, kommandiert vom Verbindungsoffizier der Bundeswehr und begleitet vom Spielmannszug Horno. Auf den Bänken neben der eigens aufgebauten Ehrentribüne hatten Vertreter der Verwaltungen aus dem Landkreis Platz genommen. „Wenn so viel Feuerwehr und soviel Verwaltung hier steht, dann hat man schon das Gefühl: So verkehrt war’s wohl nicht, was man gemacht hat“, so der überraschte Feuerwehrchef.

Wolfhard Kätzmer legt eigentlich keinen großen Wert auf Rummel, erst recht nicht um seine Person. Er trägt nur wenige der Orden und Auszeichnungen, von denen er in seiner Laufbahn schon einige bekommen hat. Seit Mittwoch ist es noch eine mehr: Der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes, Werner-Siegwart Schippel, übereichte ihm das Brandenburgische Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber. Den großen Rahmen findet er mehr als angemessen: „Ich denke, das hat er nach all den Jahren verdient. In der Runde der Kreisbrandmeister war er einer der aktiven, einer der auch mal den Mund aufgemacht hat, der auch mal gesagt hat, wo es brennt. Ich glaube, dass gerade Leute wie Wolfhard, die das Ehrenamt leben, nicht unbedingt so in der Öffentlichkeit stehen wollen. Aber es gehört einfach dazu. Ich glaube, das ist die gebührende Antwort auf ein Lebenswerk.“

Ein Lebenswerk, das sich sehen lassen kann, wie Spree-Neiße-Landrat Harald Altekrüger in seiner Laudatio deutlich machte: „Seit mehr als 20 Jahren bist Du in den verschiedenen Funktionen stets präsent und meisterst scheinbar alles reibungslos.“ Das hat der Landrat in seinem ersten Arbeitsjahr selbst erlebt, das gleich mit einem Hochwasser begann. Hier sei Wolfhard Kätzmers Erfahrung für ihn eine große Hilfe gewesen, erinnert sich Harald Altekrüger. Aber nicht nur das Fachwissen schätzt der Landrat am scheidenden Kreisbrandmeister: „Er hat auch eine tolle Menschenführung. Er hat immer wieder die Kameraden der Feuerwehr geeint, wenn es mal das ein oder andere Problem gab, und dafür gesorgt, dass es wirklich eine schlagkräftige Gruppe bei uns im Landkreis ist, über die man im ganzen Land Brandenburg spricht.“

Landesbranddirektor Heinz Rudolph würdigte Wolfhard Kätzmer als einen Menschen, der Ehrenamt vorlebt und eine starke Stimme für die Lausitz in Potsdam ist. „Gerade in unserer Runde der Kreisbrandmeister ist er auch sehr kritisch. Doch das was er sagt, hat Hand und Fuß. Und gerade durch sein kritisches Wirken hat er auch schon viel bewegt zum Wohle der Feuerwehr.“

Sachgebietsleiter Brandschutz im Spree-Neiße-Kreis bleibt Wolfhard Kätzmer noch mindestens sechs Jahre. Und auch der Feuerwehr wird er mit Rat und Tat weiter zur Seite stehen. Der letzte Amtstag als ehrenamtlicher Kreisbrandmeister ist für Wolfhard Kätzmer der 23. Juli. Mit Blick auf die versammelte Mannschaft am Mittwochabend kann er dann mit einem guten Gefühl Abschied nehmen: „Wenn Ihr meinen Nachfolger in der gleichen Art unterstützt wie mich, dann ist es mir um den Brandschutz im Kreis nicht bange.“

(red/pos)