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| 02:36 Uhr

Wunsch und Wirklichkeit auf dem Wohnungsmarkt

Der Plattenbau vor dem Abriss.
Der Plattenbau vor dem Abriss. FOTO: Steffi Ludwig
Forst. Senioren hätten gern mehr Wohnungen, die altengerecht ausgestattet sind. Die FWG kann das finanzielle Wagnis nicht eingehen. kkz

"Es gibt in Forst zu wenig Wohnungen für ältere Menschen", erklärte Sigrun Vater am RUNDSCHAU-Lesertelefon. Vor allem kleine Wohnungen in den unteren Etagen seien schwer zu bekommen. Beim Frauenfrühstück des Zak-Vereins diskutiert man eine Lösungsmöglichkeit: Die mehrgeschossigen Plattenbauten könnten bis auf die zweite Etage zurückgebaut und als altengerechte Wohnungen hergerichtet werden.

Uwe Engelmann, Geschäftsführer der Forster Wohnungsbaugesellschaft mbH (FWG), sind diese Wünsche nicht unbekannt. "Zweiraumwohnungen im Erdgeschoss oder im ersten Obergeschoss sind gefragt", bestätigt er. Und Wohnungen, die frei erscheinen, seien oft schon vergeben. Er versteht den Wunsch vieler älterer Menschen, die gern in ihrem Aufgang nach unten ziehen möchten, doch für die FWG ist die Lage komplizierter. Größtes Problem der FWG ist der enorme Leerstand. Über 30 Prozent der Wohnungen im Eigentum der FWG stehen leer. Aber diese leeren Wohnungen sind über den gesamten Bestand verteilt. Nicht selten seien nur noch ein oder zwei Wohnungen in einem Aufgang mit zehn Wohnungen bewohnt. Dies ist teuer für die FWG. Zwar zahlen die verbliebenen Mieter ihre Betriebskosten, doch die anteiligen Betriebskosten für die leer stehenden Wohneinheiten trägt die FWG. "Deshalb gibt es zum Abriss keine Alternative", so Engelmann. Der Rückbau wird gefördert und unter dem Strich spart die Forster Wohnungsgesellschaft die Betriebskosten, um andere Sachen finanzieren zu können.

Auch für ihre immer älter werdenden Mieter versucht die FWG Lösungen zu finden. So wurden bereits an vielen Objekten Aufzüge nachgerüstet. Doch der vorgeschlagene Teilrückbau einzelner Blöcke und der Umbau zu seniorengerechten Wohnungen ist ein finanzielles Wagnis. Uwe Engelmann erläutert, dass die altengerechte Sanierung teuer ist und dementsprechend auch höhere Mieten verlangt werden müssen. Ob FWG-Mieter diese auch bezahlen können und wollen, das sei nicht sicher.