Von Sven Hering

Nach der Ehrung wurden eilig die Handys gezückt. Ein paar Schnappschüsse für Freunde und Vereinskameraden – die frohe Kunde sollte sich möglichst schnell verbreiten.

Die Volksbank Spree-Neiße hatte nach Forst zur Auszeichnungsveranstaltung „Großer Stern des Sports“ geladen. Der Wettbewerb hat längst Tradition, ist er doch eine gute Gelegenheit, um vor allem das ehrenamtliche Engagement in den Vereinen zu würdigen, sagte Volksbank-Vorstand Frank Baer.

Carloa Wiesner vom Landessportbund hielt ein Plädoyer für den Vereinssport. Es gebe Tendenzen, dass immer mehr Leute alleine Sport treiben. „Dabei sind die Vereine etwas unheimlich Wertvolles für die Gesellschaft“, betonte sie.

Die Bestätigung dieser Aussage gab es dann kurze Zeit später. Insgesamt acht Vereine aus der Region Spree-Neiße und Weißwasser hatten sich in diesem Jahr an dem Wettbewerb beteiligt. Alle überzeugten mit ihren eingereichten Projekten, bei denen es überwiegend um die Jugendarbeit ging. Die Jury, der neben Frank Baer auch Rudi Schewelis (Vize-Chef des Kreisportbundes) und Jürgen Sünder (Trainer beim SV Lausitz Forst) angehörten, habe es sich nicht leicht gemacht, betonte der Volksbank-Chef. Bei der Entscheidung hätten am Ende Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben.

Den ersten Platz holte sich schließlich der KSC Asahi Spremberg. Mit dem Projekt „Wir kämpfen für die Region“ hat der Verein erstmals eine Judo-Frauenmannschaft unter der Leitung von Madlen Oesterreich ins Leben gerufen. Das Team mit vielen jungen talentierten Sportlerinnen hat einen vorderen Platz in der 2. Bundesliga im Visier. „Wir freuen uns riesig über diesen Erfolg, schließlich waren noch viele andere tolle Vereine mit im Rennen“, sagte Madlen Oesterreich. Der Preis sei zudem eine schöne Zusatzmotivation für das anstehende Wochenende. Am Samstag kämpfen die Frauen erstmals in Haidemühl um Bundesliga-Punkte. Ab 15 Uhr geht es gegen den JC Leipzig und Bayer 04 Leverkusen. „Wir hoffen da auf möglichst viele Zuschauer, die uns unterstützen“, so die Teamchefin.

Ins sächsische Neustadt ging der zweite Platz. Der LSV spielt mit einem internationalen Team in der Fußball-Landesliga. Kicker aus Polen, der Ukraine und Brasilien wurden integriert. Für die Nachwuchsmannschaften, die mit Weißwasser und Boxberg Spielgemeinschaften bilden, wurde ein Fahrservice organisiert. Die jungen Kicker werden an der Haustür abgeholt und dann nach Weißwasser zum Training gefahren. „Außerdem bewirtschaften wir unser Vereinsgelände komplett in Eigenregie, kümmern uns intensiv um Sponsoren, was durch den Rückzug der Braunkohle nicht einfacher wird“, so Vereinschef Jörg Waschnick.

„Wir wollen die Kinder von der Straße holen“ – das sagte Philipp Schlunk vom FSV Schwarz-Weiß Keune, der den dritten Platz holte. Ein neuer junger Vorstand wagte im Jahr 2012 die Herausforderung, den Verein nach seinem Zusammenbruch wieder aufzubauen. Das Konzept geht dabei auf. Von den 150 Mitgliedern sind rund 100 Kinder. Ihnen soll das Preisgeld auch zugute kommen. „Wir denken da zum Beispiel an neue Spielgeräte“, so Schlunk nach der Preisverleihung.

Die Spremberger haben mit dem Erfolg zugleich auch die Eintrittkarte für die nächste Runde im Wettbewerb gelöst und sich für den Landewettbewerb qualifiziert. Vielleicht werden auch dann wieder viele Handy-Schnappschüsse verteilt.