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Forst
Woidke: Gemeinsames Handeln bringt Region voran

Ingrid Ebert (l.) überreicht im Beisein von Helmut Ließ (M.) den Kalender des Flüchtlingsnetzwerks an Dietmar Woidke (r.)
Ingrid Ebert (l.) überreicht im Beisein von Helmut Ließ (M.) den Kalender des Flüchtlingsnetzwerks an Dietmar Woidke (r.) FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Ministerpräsident spricht über Pflegemindestlohn, Ansiedlung von Forschung und kritisiert Breitbandausbau des Landkreises. Von Katrin Kunipatz

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) besuchte am Freitag den Seniorenbeirat in Forst. Knapp 50 Gäste drängten sich im Pavillon.Helmut Ließ, Vorsitzender des Seniorenbeirats, und selbst SPD-Mitglied, moderierte. Der Vorsitzende des Seniorenbeirats erläuterte dem aus Forst stammenden Ministerpräsidenten aktuelle konkrete Probleme bei der ärztlichen Versorgung in Forst. Ein Hausarzt schließt aus Altersgründen seine Praxis. Die einzige Augenärztin nimmt keine neuen Patienten an.

Im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) als ambulantem Angebot eines Krankenhauses sieht Woidke einen richtigen Weg. Jedoch stellte er auch klar, dass Hausärzte besser bezahlt werden müssen und nur eine gemeinsame Krankenkasse für alle Bürger dauerhaft das Problem lösen könne. Ein anderes nur auf Bundesebene zu lösendes Problem ist der Fachkräftemangel im Pflegebereich. „Der Beruf muss durch einen Mindestlohn, der deutlich über dem gesetzlichen liegt, attraktiver werden“, so Woidke. Entscheidend seien auch das Image und die Arbeitszeiten.

Ines Gropp, Geschäftsführerin der Volkssolidarität in Forst, unterstrich, wie wichtig ein einheitlicher Lohn wäre. „Viele unserer ausgebildeten Fachkräfte sind beispielsweise nach Hamburg gegangen, weil dort besser bezahlt wird“, sagte sie.

Angesprochen wurde auch der Strukturwandel im Zusammenhang mit dem Kohleausstieg. Woidke kritisiert, dass der Bund dafür zu wenig Gelder bereitstellt. Eine Lösung für die Region sieht er bei der Ansiedlung von Wissenschaft und Forschung und einer besseren Bahnverbindung nach Berlin. Der Landkreis müsse beim Breitbandausbau mehr Druck machen, so Woidke. Im Vergleich zu anderen Landkreisen gebe es in Spree-Neiße Nachholbedarf. Gleichermaßen könne der Wandel nur gelingen, wenn sich Landkreis und Stadt Cottbus gemeinsam vermarkten und gemeinsam Wirtschaftsförderung betreiben. „Einzeln hilft nicht weiter“, sagte Woidke. Was bereits in Forst gemeinsam gelungen ist, gab Ingrid Ebert dem Ministerpräsidenten mit: den Kalender des Forster Flüchtlingsnetzwerks.