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| 17:32 Uhr

LR vor Ort
Woher die vielen Kinder kommen

Im Gespräch mit RUNDSCHAU-Redakteurin Steffi Ludwig (M.) ergründeten Bürgermeister Eberhard Müller, Schulkoordinatorin Sabrina Liske, Kita- und Hortleiterin Jana Thomas und der amtierende Amtsdirektor Mike Lenke (v.l.), warum die Kindereinrichtungen im Ort so großen Zuspruch haben.
Im Gespräch mit RUNDSCHAU-Redakteurin Steffi Ludwig (M.) ergründeten Bürgermeister Eberhard Müller, Schulkoordinatorin Sabrina Liske, Kita- und Hortleiterin Jana Thomas und der amtierende Amtsdirektor Mike Lenke (v.l.), warum die Kindereinrichtungen im Ort so großen Zuspruch haben. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Groß Kölzig. In Groß Kölzig haben Kita, Grundschule und Hort großen Zuspruch. Die Gründe sind vielfältig. Von Katrin Kunipatz

In diesem Jahr gab es schon 16 Geburten in der Gemeinde Neiße-Malxetal, freut sich Bürgermeister Eberhard Müller. Weil bis zum Jahresende noch einige Wochen bleiben, hofft er, dass noch ein oder zwei Babys dazukommen. Möglich wäre es, seit Jahren liegen die Geburtenzahlen in der Gemeinde stabil bei zwölf bis 16 Kindern.

Warum Groß Kölzig und die umliegenden Orte so attraktiv für junge Familien sind, erörterte RUNDSCHAU-Redakteurin Steffi Ludwig am Mittwochabend bei „LR vor Ort“ in Groß Kölzig. Am Begrüßungsgeld von 25 Euro liege es wohl nicht, so Bürgermeister Müller. Sabrina Liske, Schulkoordinatorin der evangelischen Grundschule Groß Kölzig, nennt andere Gründe: „Es sind die kurzen Entfernungen. Kita, Schule, Hort, Sportverein, Kegelbahn, Freibad, Minimarkt und Post liegen nah beieinander. So findet man es in Cottbus in keinem Stadtteil.“ Sie selbst zog vor zehn Jahren von Cottbus nach Groß Kölzig. Zuhörer Björn Drechsler kann es bestätigen. „Aus familiären Gründen sind wir vor etwas mehr als einem Jahr aus Berlin hierher gezogen. Die gute Situation, die wir vorgefunden haben, war der Grund sich für Groß Kölzig zu entscheiden.“ In diesem Jahr seien wieder zwei Familien nach Groß Kölzig gezogen, ergänzt ein Herr aus dem Publikum.

Mike Lenke, amtierender Amtsdirektor und auch Groß Kölziger, verweist auf die einzigartige Konstellation: „Die Schule bereichert den Ort und bietet für die Kinder kurze Wege.“ In Groß Kölzig werden Kindergartenkinder später auch im Hort betreut. Für den Kita-Neubau habe man lang gekämpft, so Lenke. Viele Jahre lief die Kita mit Ausnahmegenehmigung. Dabei ist es nach der Einweihung des neuen Gebäudes geblieben. Für 50 Kinder wurde die Kita konzipiert. 57 werden aktuell in der Einrichtung betreut. „Die Tendenz ist weiter steigend“, sagt Jana Thomas, Leiterin der Kita „Hayasche“ und des Horts „Rappelkiste“. Bis zum Mai 2018 werde es 60 Kinder in der „Hayasche“ geben. Jeweils zur Hälfte in Krippe und Kita. Ähnlich entwickeln sich die Zahlen im Hort. 87 Kinder besuchen aktuell die Einrichtung. Darunter sind auch Kinder aus dem Ort, die in Döbern die Grundschule und in Groß Kölzig den Hort besuchen sowie einzelne aus Cottbus und Spremberg.

Wer versucht, die hohe Auslastung allein mit der räumlichen Nähe zu erklären, greift zu kurz. „Zwischen Lehrern und Horterziehern gibt es einen regelmäßigen Austausch“, erläutert Sabrina Liske. Bürgermeister Eberhard Müller verweist auf die Kooperationsvereinbarung zwischen Schule und Hort. „Dankbar bin ich den beiden Frauen, die einfach darüber reden und dafür sorgen, dass es auf dem kleinen Weg funktioniert“, sagt Müller. Vierteljährlich gebe es Hortkonferenzen, bei denen auch Eltern ihre Probleme vortragen, so Jana Thomas. „Gleichfalls versuchen wir, den Bewohnern im Ort etwas zurückzugeben“, so die Hortleiterin. Aktuell werde der Adventsmarkt vorbereitet, der am 1. Dezember auf dem Hort- und Schulgelände stattfindet. Abwechselnd gestalten alle drei Einrichtunge das Programm der Rentnerweihnachtsfeier.

Wichtig ist das Angebot in den Einrichtungen. Mehrfach gibt es von Zuhörern Lob für die gute Arbeit der Erzieher in Hort und Kita. Außerdem wird frisch gekocht. „Mit dem Koch haben wir einen guten Griff getan“, so Bürgermeister Müller. „Den Kindern schmeckt es“, bestätigt Jana Thomas. Sabrina Liske verweist auf die zusätzlichen Angebote der evangelischen Grundschule. Dazu gehören verschiedene AGs, Ergo- und Logotherapie im Haus und ein Fahrdienst, der die Kinder fast an der Haustür abhole. Für die Gemeinde Neiße-Malxetal ergeben sich positive Effekte. Die Kinder sind schon am Nachmittag im Ort und können in den Vereinen seit frühester Kindheit gemeinsam Sport machen. Dank der unkomplizierten Zusammenarbeit mit der Heimatstube lernen sie in der Grundschulzeit ihren Wohnort kennen.

„Wir dürfen uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen“, mahnt Mike Lenke. Er verweist auf regelmäßige Weiterbildungen der Erzieher und die Fortschreibung der Kita-Konzeption. Einen konkreten Wunsch äußert Björn Drechsler: „Längere Öffnungszeiten in der Kita wären gut.“ Viele Eltern arbeiten außerhalb. Nur dank der Verwandtschaft sei es möglich, die Kinder rechtzeitig abzuholen. Die Kita- und Hortleiterin kündigt Veränderungen für das kommende Jahr an. Vonseiten der Kollegen spreche nichts dagegen, aber der Kita-Ausschuss des Amtes Döbern-Land müsse dazu noch beraten und beschließen. Birgit Zuschke regt an, die Zusammenarbeit zwischen Schule und Kita und den vielen Vereinen der Gemeinde zu intensivieren. Auch bei der Unterstützung durch Gewerbetreibende sieht sie noch Potenzial.

LR vor Ort 4c
LR vor Ort 4c FOTO: LR