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Forst
Innovationspreis für Forster Uniror

Gerald Kulke und Jeannette Jentsch, Geschäftsführer der Firma Uniror, haben den Brandenburger Innovationspreis Kunststoff und Chemie erhalten.
Gerald Kulke und Jeannette Jentsch, Geschäftsführer der Firma Uniror, haben den Brandenburger Innovationspreis Kunststoff und Chemie erhalten. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Mit der neuen Produktionsanlage stellt die Firma ihre Reinigungsmolche noch effektiver her. Von Katrin Kunipatz

Es ist der erste Preis, den die Firma Uniror aus Forst vor wenigen Tagen bekommen hat. Die Geschäftsführer der Universal-Rohrreinigungs GmbH Jeannette Jentsch und Gerald Kulke nahmen gemeinsam mit drei anderen Unternehmen den Brandenburger Innovationspreis Kunststoff und Chemie entgegen. Einen passenden Platz für Urkunde und Glasskulptur haben sie in den Räumen am Gutsweg schon gefunden. Das Preisgeld will Uniror in ein Firmenvideo investieren. „Damit wollen wir in die Werbung gehen und unser gesamtes Leistungsportfolio vorstellen“, erklärt Jeannette Jentsch.

Seit über 25 Jahren beschäftigt sich Gerald Kulke mit der Reinigung von Rohren aller Art. Als Bauunternehmer hatte er sich 1989 selbstständig gemacht. Ein zweites Standbein wurde die Rohrreinigung mittels Saugwagen. Vor allem in Forst und Cottbus war er unterwegs. Schon damals entdeckte er die Molchtechnologie als effektive und schonende Reinigungsmethode. Er kam mit der Uniror aus Essen in Kontakt, die unter anderem in Forst eine Niederlassung gründete. Heute gibt es die Mutterfirma nicht mehr. Dafür hat Gerald Kulke gemeinsam mit Tochter Jeannette Jentsch die Rohrreinigung mittels Molchen weiterentwickelt.

Bei den Molchen handelt es sich um Kunststoffzylinder mit einem Schaumstoffkern. Je nach Einsatzzweck haben sie einen Durchmesser von sechs Millimetern bis drei Metern. Zum Einsatz kommen die Molche beispielsweise in Fernwärmeleitungen, Trinkwasserrohren oder Produktionsstrecken der Lebensmittelindustrie. „Die Molche stellen wir in Handarbeit her“, erklärt Jeannette Jentsch. „So können wir die Reinigungskörper ganz genau auf den jeweiligen Einsatzzweck abstimmen.“

Uniror hat dafür eigene Forschungen und Versuche durchgeführt. Unterstützung erhielt die Firma von der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus, Vattenfall, BASF und der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV). Herausgekommen ist eine Palette von rund 20 Molchtypen, deren Oberflächen je nach Ablagerungen im Rohr auch mit zusätzlichen Bürsten oder Lamellen bestückt werden können. In die Herstellung der Molche sind alle 18 Mitarbeiter gleichermaßen eingebunden. Die Monteure können so ihre Einsatzerfahrungen einbringen und die Molche weiter modifizieren.

„Aber nach fast acht Jahren kam die Niederdruckanlage an ihre Grenzen“, erläutert die Geschäftsführerin. „Der Material- und Energieverbrauch war einfach nicht mehr zeitgemäß und das Schäumen des Kerns dauerte viel zu lange.“ Uniror ging auf die Suche nach einer neuen Anlage. „Wir wussten genau, wie das Endprodukt aussehen soll“, sagt Gerald Kulke. Beim Anlagenbauer Hennecke wurden die Forster fündig. Bei der Konzeption der neuen Produktionsstrecke konnte Uniror die Maschine mit den eigenen Formen und Rohstoffen über mehrere Tage testen. „Wir mussten unsere auf Niedrigdruck basierende Fertigungsweise der Kunststoffmolche auf das neue Hochdruckverfahren umstellen“, erklärt Jeannette Jentsch. Gemeinsam mit den Spezialisten von Hennecke wurde die Standard-Maschine an die Bedürfnisse der Forster angepasst.

Vom Ergebnis sind die Geschäftsführer begeistert. „Wir können nun kurzfristig und effizient hochwertigere Molche herstellen, die noch dazu haltbarer sind“, erklärt Jeannette Jentsch. So konnte Uniror beispielsweise einen Auftrag für Siemens übernehmen. Vor der Inbetriebnahme sollten die Druckleitungen in einem Kraftwerk in Ägypten gereinigt werden. Innerhalb weniger Wochen mussten dafür die passenden Molche hergestellt werden. „Mit der neuen Produktionsanlage lief es wie am Schnürchen“, so Jentsch. Nach der Bewährungsprobe hat Uniror nun schon die Molche für das dritte Kraftwerk nach Ägypten geliefert.