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Döbern
Haareschneiden geht nicht im Internet

Angelika Asmus, Mandy Domain, Marisol Ortega Martin (v.l.) sind das Team von Arno Asmus (M.). Kurz vorm Oktoberfest frisieren sie in Tracht.
Angelika Asmus, Mandy Domain, Marisol Ortega Martin (v.l.) sind das Team von Arno Asmus (M.). Kurz vorm Oktoberfest frisieren sie in Tracht. FOTO: zvg / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Döbern. Seit 25 Jahren ist Arno Asmus Friseurmeister. Schon mit sechs Jahren streifte er im Geschäft der Eltern den Kittel über. kkz

Friseur Arno Asmus ist bekannt in Döbern. Seit 28 Jahren hat er sein eigenes Geschäft in der Stadt. Erlernt hat er den Beruf im elterlichen Geschäft in Niederlehme bei Königs Wusterhausen. „Schon als Sechsjähriger stand ich mit dem Kittel im Laden“, erinnert er sich. „Nie habe ich überlegt einen anderen Beruf zu ergreifen.“ Als Geselle arbeitete er in Berlin und kam 1978 in die Glasmacherstadt. 1989, noch vor dem Fall der Mauer, erhielt er die Erlaubnis ohne Meisterbrief einen reinen Herrensalon in Döbern zu eröffnen. „Ich musste täglich von 8 bis 18 Uhr öffnen, durfte keine Angestellten haben und sollte innerhalb von fünf Jahren den Meister nachholen“, berichtet Arno Asmus.

Zum Meisterkurs meldete er sich bei der Friseurinnung in Westberlin an. Im November 1992, vor 25 Jahren, bestand der Wahl-Döberner seine Meisterprüfung als einer der Jahrgangsbesten. Seitdem ist viel passiert. Er eröffnete einen zweiten Herrensalon in der Stadt und hatte in den 90er-Jahren zwölf Angestellte. Zwischen 1995 und 2005 war er Obermeister der Innung, Dozent für die Meisterausbildung bei der Handwerkskammer und Mitglied der Meisterprüfungskommission.

Seit einigen Jahren konzentriert Arno Asmus seine Kraft auf das jetzt wieder einzige Stammgeschäft. Gemeinsam mit drei Mitarbeiterinnen – darunter seine Frau Angelika – kümmert sich der Friseurmeister um die Haarpracht der Döberner. „Mir ist es wichtig, dass meine Mitarbeiterinnen Freiräume haben, um in dem kreativen Beruf lernen und ihre eigene Individualität entwickeln zu können“, sagt der 61-Jährige. Stolz ist er auf die insgesamt 17 Lehrlinge, die er auf den Weg gebracht hat.

Nun beginne eine neue Phase seines Berufslebens, so Arno Asmus. Noch fünf Jahre wolle er weiter arbeiten. Die Suche nach einem Nachfolger hat bereits begonnen. „Es wäre schön, wenn das Geschäft bestehen bliebe“, sagt er. Aber eine Übergabe müsse langsam vorbereitet werden. Sicher ist er, dass es Friseure in den nächsten 50 Jahren noch geben wird. Grundlage ist das Haareschneiden und -färben. „Übers Internet geht es nicht“, meint er schmunzelnd.