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Jubiläum
Zukunft liegt in Kooperation mit Spremberg und Cottbus

Viele Gratulanten: Lausitz-Klinik-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt (r.) mit einem Bild, das ihm Sparkassendirektor Reinhard Lehmann überreichte.
Viele Gratulanten: Lausitz-Klinik-Geschäftsführer Hans-Ulrich Schmidt (r.) mit einem Bild, das ihm Sparkassendirektor Reinhard Lehmann überreichte. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Die Lausitz Klinik feiert 125 Jahre Krankenhaus in Forst.

Von 388 Patienten im Gründungsjahr 1892 zu jetzt mehr als 43 000  im Jahr, davon 6700 stationär – das ist nur eine der vielen Entwicklungen, die das Forster Krankenhaus im Laufe der Jahre durchgemacht hat. Seit 125 Jahren gibt es in der Rosenstadt ein Krankenhaus – und das wurde am Freitagnachmittag bei einem Festakt im Forster Hof mit rund 100 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und natürlich dem Forster und umliegenden Krankenhäusern gefeiert. Auch ehemalige Chefärzte wie Dr. Günther Scholz und Dr. Werner Jedamski waren gekommen.

„Ich habe großen Respekt vor den Lebensleistungen der vielen Mitarbeiter“, sagte Hans-Ulrich Schmidt, seit knapp zwei Jahren Geschäftsführer der Lausitz Klinik. In einem Festvortrag blickte er auf die wechselvolle Geschichte des Hauses zurück. Beispielsweise auf 1923, als getrennte Stationen für innere Krankheiten, Chirurgie und Gynäkologie eingerichtet wurden. Oder auf die Anwendung der Strahlentherapie bis 1968. Schmidt erinnerte auch an den Zweiten Weltkrieg, als das Krankenhaus als Reserve-Lazarett diente, bevor der Betrieb bis Herbst 1945 ganz eingestellt wurde.

„Danach hat sich das Krankenhaus unter den Ärzten Dr. Schreyer, Dr. Eckey, Dr. Hartmann und Dr. Dieminger immer weiter entwickelt“, so Hans-Ulrich Schmidt. Gerade baulich wurde es über die Jahre immer mehr vergrößert: 1962 mit einer Kinderklinik, 1967/68 mit einem Anbau an das Hauptgebäude. 1992 wurde mit dem Bau eines neuen Küchentraktes mit Personal-Cafeteria begonnen, und 2007 der Krankenhausneubau eingeweiht, unter anderem mit neuen OP-Sälen, der Intensivstation und einer neuen Pflegestation. 2008 wurde das Medizinische Versorgungszentrum am Krankenhaus Forst eröffnet – was inzwischen rund 34 000 Patienten pro Jahr versorgt.

Hans-Ulrich Schmidt verschweigt aber auch nicht die Unternehmenskrise 2003/2004, als die damalige Krankenhaus Forst GmbH vor der Zahlungsunfähigkeit stand. Ein Sanierungstarifvertrag und die Hilfe von Banken hätten damals das Haus gerettet. Bis 2006 war es in Trägerschaft von Stadt (60 Prozent) und Kreis (40 Prozent), und bis 2014 zu 100 Prozent in städtischer Trägerschaft. Vor drei Jahren übernahm dann das Ernst-von-Bergmann-Klinikum Potsdam 51 Prozent der städtischen Anteile – und seitdem trägt das Haus den Namen Lausitz Klinik.

Durch Synergieeffekte innerhalb der Bergmann-Gruppe wie beispielsweise den Ärzteaustausch im Notfall – Schmidt spricht den überraschenden Tod des Radiologen Dr. Uwe Spalteholz Mitte November an – habe es fast keine Ausfälle für die Patienten gegeben. „Wir stehen wirtschaftlich auf soliden Füßen“, so Schmidt. Die neu gestaltete Entbindungsstation und die Geriatrie, die Eröffnung der „Villa Neiße“ oder die MVZ-Hausarztpraxen seien nur ein Teil der Entwicklungen. Die auch immer weitergehen: Denn so sei eine Tagesklinik für Psychiatrie an der Lausitz Klinik geplant und im Gegenzug eine Tagesklinik für Geriatrie am Spremberger Krankenhaus. Die Anträge seien beim Land eingereicht, so Schmidt. Auch das Cottbuser Carl-Thiem-Klinikum (CTK) wolle hier unterstützen. „Ich sehe unsere Zukunft in der Kooperation mit den anderen Krankenhäusern der Region“, so Schmidt. Gerade im ländlichen Raum sei das wichtig, um die Patienten umfassend versorgen zu können. Diese Ansicht unterstützte Thomas Barta als Vertreter der Landesregierung: „Krankenhäuser müssen künftig kreativer werden.“ Auch Mike Schubert, Sozialbeigeordneter in Potsdam und Aufsichtsratsvorsitzender der Lausitz Klinik, sagte, dass von Kooperationen und Vernetzungen die gesamte Region profitieren könne. 

(slu)