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| 18:37 Uhr

Vorbereitung auf den Ernstfall
Neue Aufgaben für die Ortswehr

 Die Feuerwehrleute aus Briesnig und Bohrau machten sich mit den neuen Aufgaben vertraut, die bei einem Einsatz an den Windrädern zu beachten wären. Foto: Margit Jahn
Die Feuerwehrleute aus Briesnig und Bohrau machten sich mit den neuen Aufgaben vertraut, die bei einem Einsatz an den Windrädern zu beachten wären. Foto: Margit Jahn FOTO: Margit Jahn
Forst. Die Feuerwehr in Briesnig und Bohrau muss sich mit den Windrädern vertraut machen. Von Margit Jahn

Protzig thronen die fünf Giganten direkt am kleinen Dorf Briesnig. Schon aufgrund ihrer Höhe von 139 Metern sind sie weithin sichtbar in der ansonsten flachen Landschaft. Die fünf neuen Windräder der Firma Abo Wind sind seit Ende 2018 am Netz. Am Donnerstagabend trafen sich die Wehrführer der Feuerwehr Forst und Umgebung mit  Vertretern der Firma, um genaue Informationen der Betreiber für eventuelle Brandfälle zu erhalten. Da an den Windrädern auch regelmäßig Wartungsarbeiten durchgeführt werden, wurde auch angesprochen, was beim Bergen von Personen unter diesen besonderen Umständen zu beachten ist.

Die Hauptzufahrt ist hinter der Ortslage Bohrau und führt zum Kippengelände des Tagebaues Jänschwalde, einer abgesperrten Zone. Die drei Feuerwehrautos mussten schon auf dem Weg zum ersten Windrad, auch „Mastermühle“ genannt, an einer Schranke  stoppen, wo sich die Frage nach dem Schlüssel stellte.  Bauleiter Tim Koslowski würde Stadtwehrführer Andreas Britze nach der Begehung einen Schlüssel zur Verfügung stellen.

An der Mastermühle bekamen die Feuerwehrleute den Aufbau des Windrades erklärt die technische Steuerung im Betrieb und auch im Notfall. Im Maschinenhaus des Windrades befindet sich oben eine Löschanlage. Fragen der  Einsatzkräfte drehten sich beispielsweise darum, ob die Trafos eine spezielle Löschanlage haben, wie  oft Leute zur Wartung sind und ob sich Monteure in der Leitstelle anmelden.

Am zweiten Windrad, wo das Wasser des Grabens hingeleitet wird, wurde der Standort der Höhenrettungsgeräte angeschaut, nach Stromspannung gefragt , über den Notfallmanager gesprochen und nach dem Ort der Akku-Packs gefragt. Aber auch weitere wichtige Infos zu Kameraüberwachung, Rufbereitschaft, Schutzausrüstung, Sensoren bei Anlagestörungen wurden angesprochen. Die Fragen nahmen fast kein Ende, ist es doch ein neuer Aufgabenbereich, den die Feuerwehr in diesem Umfang noch nicht durchgeführt hat. „Wenn etwas merkwürdig ist , schaltet die Anlage erst einmal ab“, erklärte  Projektleiter Alexander Seidel.  „Wir bauen jedes Jahr andere Anlagen“, ergänzte Koslowski, insofern war die Vorortbegehung ein wichtiger Termin.

Direkt am Kippenrand und an der Hauptzufahrt befindet sich ein großer Wassertank mit 95 Kubikmeter Wasser. „Dieser ist deutlich überdimensioniert“, betont Koslowski. Man wolle aber auch hier auf Nummer sicher gehen. Ob man dieses Wasser auch zur Löschung des übrigen Geländes benutzen könne, war eine weitere Frage der Feuerwehrleute. Man könne, muss dann aber für die Wiederauffüllung sorgen.

Anschließend fuhr die große Gruppe in das Gemeindehaus, um dort noch einmal Daten und Fakten zum Windradpark auf Leinwand zu erfahren und  noch offene Fragen zu klären. Koslowski sagte auch auf Anfrage, dass neue Windenergieanlagen in Mecklenburg schon bedarfsgerecht befeuert werden. Das heißt, die in der Nacht blendenden und blinkenden Signale an den großen Rotorblättern werden in der Nacht, wenn der Flugverkehr eingestellt ist, ausgestellt. Das soll bei bestehenden Anlagen nachgerüstet werden können. „Das ist das Einzige, was nervt“, sagte einer der Kameraden, der im Dorf wohnt. Koslowski und Seidel erklärten anhand von Karten, dass schon vorhandene Wege zu den Windrädern genutzt werden.