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Wiedersehen beim Wartburg-Oldtimer-Treffen

Unter Kennern: die Teilnehmer des Oldtimer-Treffens vor den schnittigen Wartburgs 311.
Unter Kennern: die Teilnehmer des Oldtimer-Treffens vor den schnittigen Wartburgs 311. FOTO: vdb
Schmellwitz. Chic sehen sie aus, die zwei 311-er Wartburgs und ein Wartburg-Camping. Wie eben vom Band gerollt. Doch handelt es sich nicht um eine Verkaufsausstellung für Oldtimer, sondern um ein Treffen von einigen Herren der älteren Generation, die eines eint: ihre Liebe zu alten Autos. Wolfgang von der Burg

Irgendwie hatten alle in den vergangenen Jahrzehnten in der Kfz-Branche miteinander zu tun. Der Initiator dieses Treffens, Helmut Richter, selbst gelernter Kfz-Mechaniker, brachte sie alle wieder zusammen zu einem unterhaltsamen Abend, wo viel gefachsimpelt wurde und auch der Flachs blühte. "Es ist schön, wieder einmal mit den alten Kollegen beisammen zu sein und über unsere gemeinsame Zeit zu sprechen", sagt Helmut Richter. Einer, der an diesem Abend unter den Gästen weilte, war Gerhard Lehmann aus der Branitzer Siedlung. Der 79-Jährige baut und schraubt an alten Autos, das ist seine Passion. Beide 311-er Wartburgs, die beim Wartburg-Oldtimer Treffen auf dem Hof standen, hat Gerhard Lehmann aufgebaut. Es sei nicht so sein Ding, im Mittelpunkt zu stehen, sagt er. Und doch ist seine Geschichte schon ein wenig etwas Besonderes: Der Kfz-Meister hatte seinen Beruf von der Pike auf gelernt, beispielsweise im Karosseriewerk Meerane, und beherrscht auch viele der traditionellen Sattler- und Karosseriearbeiten. "In den Zeiten nach der Wende hat es mich schon ein wenig gewurmt, dass der DDR-Autobau völlig von der Bildfläche verschwand. Mit dem Wartburg, dem F8, P 70 oder Trabant wurden doch solide Autos gebaut. Von diesem Zeitpunkt an kümmerte ich mich dann verstärkt um die Aufarbeitung dieser Typen, speziell Wartburg, später auch DKW oder BMW", sagt Gerhard Lehmann. Das Ergebnis dieser Aufarbeitung hält jeder Wertung stand, finden die Oldtimer-Freunde. Lehmann's Geschick blieb nicht lange im Verborgenen und so erreichten ihn bald Anfragen aus ganz Deutschland, Oldtimer aufzuarbeiten. Seine Präzision und Akribie bescherten ihm einen guten Ruf in der Branche.

"Gerhard hat goldene Hände. Es gibt nichts, was er in dieser Hinsicht nicht kann", sagt Helmut Richter anerkennend. Der Fachmann hört so ein Lob nicht besonders gern. Es sei seine Leidenschaft an Autos herumzubasteln und sie optisch wieder erstrahlen zu lassen.

Manchmal vergisst er darüber die Zeit, sodass seine Frau schon mal das Essen in die Garage bringen muss. Gerhard Lehmann hat den Abend in Schmellwitz mit ehemaligen Kollegen genossen und geht mit diesem Erlebnis an die Aufarbeitung des nächsten Autos. Was den 79-Jährigen jung hält, verrät er am Schluss: "Ich gehe regelmäßig in der Woche Schwimmen. Aber nicht nur ein paar Bahnen, sondern so um die 1000 Meter am Stück. Das ist anstrengend, aber es hält fit."