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| 11:05 Uhr

Groß Schacksdorf
Wieder Vandalismus an der Grundschule

Zerstörte Fenster sind nur ein Resultat. Auch Türen, Schlösser und Sanitärkeramik sind mutwillig zerstört worden.
Zerstörte Fenster sind nur ein Resultat. Auch Türen, Schlösser und Sanitärkeramik sind mutwillig zerstört worden. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Groß Schacksdorf. Eine neue Nutzung für die geschlossene Schule in Groß Schacksdorf ist nicht in Sicht. Die Gebäude gehen derweil kaputt. Die Gemeinde denkt inzwischen über einen Abriss nach. Von Katrin Kunipatz

Keinen schönen Anblick bietet die ehemalige Grundschule Groß Schacksdorf. Viele Fenster im Erdgeschoss und der Kelleretage sind mit Holzplatten verschlossen. Bei anderen fehlen die Scheiben. Bürgermeister Wolfgang Katzula schließt die Eingangstür zum dreistöckigen Schulhaus auf. Im Gebäude selbst fallen aufgebrochene Türen ins Auge. Die Räume sind leer. Nach der Schließung der Grundschule 2013 wurden Stühle, Tische, Tafeln und sämtliches Schulzubehör ausgeräumt. Die Heizung ist ausgebaut. Die Wasserzufuhr unterbrochen. Nur die Stromkabel konnten nicht gekappt werden, weil die Stromversorgung der Turnhalle durch die Schule verläuft.

In der Grundschule häufen sich seit einigen Wochen die Vorfälle von Vandalismus.
In der Grundschule häufen sich seit einigen Wochen die Vorfälle von Vandalismus. FOTO: Katrin Kunipatz / LR

Katzula berichtet von Ideen, die Schulgebäude umzunutzen: „Angefangen beim Schulungszentrum für Behinderte oder unter Einbeziehung der Turnhalle als Motel für Radfahrer.“ Geworden ist aus den Plänen nichts. Die Interessenten dachten, die Gemeinde bezahle den Umbau und sie könnten das fertige Gebäude nutzen, so Katzula. Doch eine rund Sieben-Millionen-Euro-Investition war und ist für das verschuldete Groß Schacksdorf-Simmersdorf undenkbar.

Durch die Fenster im Kellergeschoss – hier ein ehemaliges Fachkabinett – dringen die Jugendlichen in das verlassene Gebäude ein.
Durch die Fenster im Kellergeschoss – hier ein ehemaliges Fachkabinett – dringen die Jugendlichen in das verlassene Gebäude ein. FOTO: Katrin Kunipatz / LR

Also blieb der Schulkomplex – bestehend aus einem zweistöckigen Schulhaus, errichtet 1968, dem dreistöckigen Schulbau von 1978 und einem Flachbau für die Essenausgabe – ungenutzt. Schon vor Jahren seien vermutlich Jugendliche durch die in den 90er-Jahren erneuerten Fenster eingestiegen und wüteten in den Räumen, berichtet der Bürgermeister. Nachdem für einige Zeit Ruhe war, habe der Vandalismus in den vergangenen Wochen wieder zugenommen, so Katzula. Eine Anwohnerin habe eine Gruppe Jugendlicher beobachtet, die mit ihren Rädern direkt bis an den Zaun fuhren und aufs Grundstück gingen. Angesprochen, was sie tun würden, hätten sie zur Antwort gegeben: „Wir relaxen hier.“

Das Ergebnis dieser Entspannung sind weitere eingeworfene Fensterscheiben, kaputte Waschbecken und aufgebrochene Türen. „Es ist traurig“, sagt Wolfgang Katzula beim Rundgang durch das Schulgebäude. Den Unrat hat die Gemeinde bereits aus den Räumen und Fluren entfernt. Bundesfreiwilligendienstler haben dies erledigt, nachdem die Polizei anfragte, ob sie das Schulgebäude für eine Übung nutzen könne. Aber schon am nächsten Tag gab es neue Zerstörungen, so Katzula.

Die Bilanz des Bürgermeisters fällt ernüchternd aus. Kaputt sind fünf Eingangstüren, rund 55 große Fenster und etwa 20 Kellerfenster. Hinzu kommt noch die zerstörte Sanitärkeramik. Den Wiederbeschaffungspreis für die Materialien schätzt Katzula auf rund 150 000 Euro. Der Gemeinderat berät, wie es mit dem Gebäudekomplex weitergehen soll. Alle Fenster wieder mit Holzplatten zu verschließen, sei mit erheblichem Aufwand verbunden. Hinzu kommt, dass nun auch das Dach an einigen Stellen undicht wird. Sogar einen Abriss zieht Bürgermeister Katzula in Erwägung. Dieser würde nach seiner Schätzung rund 200 000 Euro kosten – vorbehaltlich der Überraschungen, die ein altes Haus bergen kann.