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Wieder an einem Tisch

Forst.. Bis März nächsten Jahres soll ein Plan für die Regionalentwicklung im Bereich Forst, Lubsko und Brody vorliegen. Auf dieses Ziel einigten sich die Verwaltungs-Chefs der drei Partner- Kommunen bei der ersten gemeinsamen Beratung nach der Bürgermeisterwahl in Lubsko und Brody. Von Jürgen Scholz

Am Ende soll ein Dokument vorliegen, das gemeinsame Prioritäten setzt und Doppelentwicklungen vermeidet, erklärte der Forster Bürgermeister Gerhard Reinfeld gestern nach einer Stadtrundfahrt mit seinen Amtskollegen und Kommunalpolitikern aus den drei Gemeinden. Ein Besuchspunkt war dabei auch das neue Freibad sowie das Kinder- und Jugenddorf in Forst, die Bestandteile des künftigen Freizeitparks an der Neiße sein sollen. Ein Angebot für die gesamte Region, wie Reinfeld betonte. Andere Schwerpunkte werden in Brody der Schlossbereich und die Lubskoer Altstadt sein.

Doppelungen vermeiden
Die Regionalentwicklunsgplanung soll - basierend auf den vorhanden Flächennutzungsplänen - eine Übersicht geben, wo die Hauptverkehrsachsen in der grenzüberschreitenden Region sind, wo Hauptgewerbeflächen, wo Wohnflächen und welche Infrastruktur bereitgehalten werden müssen. So werden die Stadtwerke Forst demnächst einen Vorschlag unterbreiten, die bei der künftigen Entwicklung von Zasieki, dem ehemaligen Berge, die Versorgung mit Gas, Strom und Wasser sowie die Entsorgung von Abwasser gewährleistet werden kann - und zu welchem Preis. Die Westumfahrung von Forst mache auch nur Sinn, erklärt Reinfeld, wenn man sie als Teil einer regionalen Verbindung zwischen Cottbus und Zielona Góra und nicht als örtliche Verbindung zwischen Forst und Brody betrachte.

Grundlage für Fördermittel
Der Regionalentwicklungsplan soll vor allem Grundlage für Fördermittelanträge an die europäische Union sein. Zwar könnte noch die bis 2006 geltende relativ hohe Förderung genutzt werden, wenn der Plan im März vorliege, allerdings sei damit zu rechnen, dass der grenzüberschreitenden Wirkung von Projekten immer größere Bedeutung zukomme, so Reinfeld. So gehe er beispielsweise nicht davon aus, dass die EU, nachdem bereits der Bau der Forster Kläranlage gefördert wurde, auch noch den Bau einer Kläranlage im Bereich Zasieki fördern würde. „Da macht ein Anschluss nach Forst eher Sinn.“ Damit würde auch die alte Verbindung wieder entstehen, die nach dem Krieg gekappt wurde.

Ruhephase beendet
Der Ansatz ist nicht neu. Bereits vor zwei Jahren wurde in Forst intensiv über den ersten Teilplan für den Tourismusbereich beraten. Danach wurde es allerdings relativ ruhig um die gemeinsame Planungsarbeit, was auch an den Bürgermeisterwahlen in den beiden polnischen Nachbar-Kommunen lag.
Ein weiteres Thema, über das sich die Bürgermeister aus Forst und Brody verständigten, war die Gestaltung rund um den Weberbrunnen in Zasieki, erklärte Reinfeld, ohne aber Details zu nennen.

Hintergrund Namenswechsel
 Wurde bisher vom gemeinsamen Regionalplan für Forst, Brody und Lubsko gesprochen, hat das Vorhaben nun einen neuen Namen bekommen: „Plan Regionalentwicklung Lubsko, Brody, Forst“ . Er soll maximal 20 000 bis 30 000 Euro kosten.