| 15:35 Uhr

Forst
Wie weiter mit dem Wochenmarkt?

Am Mittwochvormittag sind viele Einkäufer auf dem Markt an der Kirche unterwegs. Es ist der Markttag mit den höchsten Einnahmen.
Am Mittwochvormittag sind viele Einkäufer auf dem Markt an der Kirche unterwegs. Es ist der Markttag mit den höchsten Einnahmen. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Analyse ermittelt Mittwoch und Freitag als gute Markttage. Konzept soll 2018 vorliegen. Von Katrin Kunipatz

Den Wochenmarkt an der Stadtkirche gibt es jetzt seit über sieben Jahren. Und selbst wenn es hier an der Kirche zugiger ist als früher auf dem Friedrichplatz gefällt es Monika Bartsch gut. Äpfel der Sorte Boskop hat die Forsterin an diesem Mittwoch auf dem Markt gekauft. Sie wohnt ganz in der Nähe. „Ich bin regelmäßig auf dem Markt“, sagt Monika Bartsch. Beim Bäcker, Fleischer und den verschiedenen Gemüsehändlern kauft sie dann ein. Manchmal trifft sie  Bekannte und kann ein Schwätzchen machen.

Auffällig sind die vielen Senioren auf dem Markt. Keinesfalls kommen alle aus der Stadt. Eine Dubrauerin nutzt den Markttag, um einfach mal rauszukommen. Ähnlich hält es ein Ehepaar aus Wiesengrund. „Jede Woche fahren wir einmal nach Forst auf den Markt“, sagt er. „Was uns gefällt, nehmen wir mit“, sagt sie. Diesmal sind es ein Glas Honig und eine Suppe fürs Mittagessen.

Angeregt durch einen Antrag der Linken-Fraktion hat die Stadtverwaltung eine Bestandserfassung des Marktgeschehens vorgelegt. Im Raum steht die Frage, ob der Markt in der bisher bestehenden Art und Weise weitergeführt werden soll.

Im Jahr 2011 wurden noch rund 33 300 Euro aus Standgebühren und Strompauschale eingenommen, erläutert Sylke Koal. Sie ist die Leiterin des Fachbereichs Ordnung und Sicherheit, dem auch das Marktgeschehen zugeordnet ist. Im vergangenen Jahr lagen die Einnahmen nur noch bei rund 23 400 Euro. Die Höhe der Standgebühren hat sich im Verlauf der Jahre nicht verändert und bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau wie in den Nachbarstädten Spremberg und Guben.

Eine weitere Erkenntnis aus der Statistik: Der Mittwoch ist der stärkste Markttag. Darauf folgen der Freitag und deutlich dahinter der Montag. Die meisten Einnahmen gibt es in den Monaten April bis September. Und auch die Themenmärkte, die im Rahmen der Innenstadtbelebung im Frühjahr und Herbst durchgeführt werden, locken zusätzliche Händler an.

Ergänzt wird die Analyse der Zahlen durch eine Befragung unter 24 Stammhändlern. 21 meldeten sich zurück. Nur sieben Händler wollen den Montag behalten, zwei davon nur in den Sommermonaten. Zwölf würden ganz auf einen Markt am Montag verzichten. Ein ähnliches Bild ergibt sich für den Samstag. Nur sieben Händler würden in Forst ihre Waren anbieten. Die Erfahrung zeigt: Neue Händler für einen Markt am Samstag zu gewinnen, sei schwierig, führt Sylke Koal aus.

Auch einen Vergleich mit Wochenmärkten in anderen Kleinstädten hat die Stadtverwaltung versucht. „Nirgends gibt es einen Markt am Montag“, stellt Koal dar. Die Betreibung variiert zwischen Stadt und privat. Mit 25 Händlern am Mittwoch und 20 am Freitag rangiert Forst auf einem ähnlichen Niveau wie Spremberg, wo der Markt privat betrieben wird.

Die Erkenntnisse sollen jetzt in eine Marktkonzeption eingearbeitet werden. Entgegen dem Auftrag sei dies noch nicht gelungen, so Verwaltungsvorstand Jens Handreck. Er verspricht, das Papier in der ersten Jahreshälfte 2018 den Stadtverordneten vorzulegen.