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| 19:24 Uhr

Veranstaltung
Wie die Tischlerin zum Schauspiel kam

Moderator Lutz Hoff entlockt der Schauspielerin Ursula Werner unterhaltsame Anekdoten.
Moderator Lutz Hoff entlockt der Schauspielerin Ursula Werner unterhaltsame Anekdoten. FOTO: Michael Leske
Forst. Filmpreisträgerin Ursula Werner plaudert im Forster Pavillon über ihr Berufsleben.

Die bekannte Schauspielerin  Ursula Werner hat im Forster Pavillon Anekdoten aus ihrem Berufsleben erzählt. Es war die 23. Veranstaltung innerhalb der Reihe „Talk im Pavillon“ mit Moderator Lutz Hoff. Mit Berliner Witz, Herz und Schnauze erzählte die 75-Jährige vom schweren Anfang im Nachkriegs-Berlin, der Kindheit im Kiez und der ersten Berührung mit der Schauspielerei.

Das waren Aufführungen eines Kasperle-Theaters von und mit den Kindern in ihrem Hinterhof vom Prenzelberg. Aber auch große Glücksmomente, meist vom Zufall gesteuert, die der gelernten Tischlerin den Weg zur Schauspielerei ebneten, kommen beim Gespräch mit Moderator Lutz Hoff ans Licht. Wunderbar sind die Einspielungen kurzer Ausschnitte aus bekannten Filmen der Werner, die den Talk im Pavillon angenehm auflockerten.

„Ich bin eine echte Berlinerin, die in Eberswalde geboren wurde“, sagte sie. Berührend waren vor allem ihre Erinnerungen an bekannte Kollegen, mit denen sie vor der Kamera stand; insbesondere an Manfred Krug, den sie sehr schätzte. Ihre erste Rolle, die sie in einem Film spielte, war die Diplomarbeit eines Regiestudenten. Ihr erster „richtiger“ Film endete im Defa-Giftschrank und sei nicht mehr auffindbar, erzählte sie.

Ursula Werner spielte viele Jahre im Berliner Kabarett „Die Distel“ und von 1974 bis 2009 war sie festes Ensemblemitglied des Maxim-Gorki-Theaters. Sie liebte und liebt die Theaterarbeit, hatte Engagements in Berlin, Halle und München. In 38 Kinofilmen und 35 Fernsehfilmen und -serien war sie bislang zu sehen, darunter im „Polizeiruf“, „Tatort“, „In aller Freundschaft“ oder „Bornholmer Straße“.

Bekannt ist sie dem einen oder anderen aus ihrer Rolle der Polja im Zweiteiler „Zement“ aus dem Jahr 1973. Ihre Filmografie begann 1962 mit dem Kinofilm „Wind von vorn“. Ihren Durchbruch schaffte sie als Darstellerin in dem Defa-Streifen „Ein irrer Duft von frischem Heu“ aus dem Jahr 1977.

Für ihre Rolle im mehrfach ausgezeichnete Kinofilm „Wolke 9“ erhielt Werner 2009 den Bundesfilmpreis als beste Hauptdarstellerin, 2008 wurde ihr der Bayerische Filmpreis als Beste Darstellerin verliehen. Die Begründung der Jury: „Die exzellente Schauspielerin Ursula Werner gewährt uns in Andreas Dresens Film Wolke 9 einen ehrlichen Blick auf Liebe und Sexualität im Alter. Ihr mutiges, offenes und glaubhaftes Spiel wirkt in seiner Kompromisslosigkeit auf den Zuschauer befreiend und zeigt, dass Liebe alterslos ist.“

Nominiert wurde die Schauspielerin auch für den Bambi und den europäischen Filmpreis. Sie wirkte außerdem  in zahlreichen Hörspielen mit und arbeitete als Synchronsprecherin. Ihr jüngster Film hat am 27. Dezember Premiere: „Der Junge muss an die frische Luft“. In diesem Film spielt Ursula Werner an der Seite von Hape Kerkeling.

(mle)