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| 17:17 Uhr

Wetter
Thermometer klettert in Forst auf 36,3 Grad Celsius

Der Monats-Rekord von 36,3, Grad Celsius wurde in Forst am letzten Julitag gemessen.
Der Monats-Rekord von 36,3, Grad Celsius wurde in Forst am letzten Julitag gemessen. FOTO: Heido Briesemann
Forst. Hobby-Meteorologen Heido Briesemann hat im Juli 290 Sonnenstunden gezählt. Aber die Hitze hat Folgen.

Nun hat sich eine Bauernregel wieder einmal bewahrheitet: Das Wetter des Siebenschläfertages hat über drei Wochen den Verlauf des zurückliegenden Julis bestimmt. Meistens war es heiter bis sonnig und angenehm warm – zum Ende des Monats regelrecht heiß.

Während zu Beginn des Monats besonders der Westen der Republik unter der Hitze stöhnte, sorgten das osteuropäische Tiefdruckgebiet „Fabiola“ und ab Mitte Juli „Halina“ dafür, dass die Lausitz auch Wolken, gelegentlich Regen und warme Sommertage genießen konnte.

Doch pünktlich zum Beginn der Hundstage am 23. Juli wurde es dann doch recht heiß. Hoch „Helmut“ schaufelte Warmluft aus Nordafrika über ganz Europa bis weit nach Skandinavien und brachte auch der Lausitz täglich Temperaturen über 30 Grad Celsius, mit einem Höchstwert von 36,3 Grad am 31. Juli, gemessen in Forst.

Das Monatsmittel lag bei 21,2 Grad Celsius und somit im Trend der zurückliegenden 20 Jahre. Der Rekord mit 22 (!) Hitzetagen über 30 Grad Celsius und einem Mittelwert von 24,2 Grad Celsius datiert übrigens aus dem WM-Jahr 2006.

Im Juli 2018 gab es 24 Sommertage, von denen neun heiß waren. Niederschlag gab es ebenfalls nur an neun Tagen, in Summe kamen am Messpunkt 50 Liter je Quadratmeter zusammen. Es war der trockenste Juli seit dem Jahr 2006. Der mittlerweile eigentlich für seine Regenmengen bekannte Sommermonat blieb der Region dabei 2018 einiges schuldig, zumal auch die Vormonate sehr trocken waren.

Die Dürreschäden in der Landwirtschaft sind beachtlich. Beim Getreide lag der Ausfall teilweise bei 80 Prozent, und auch die Maisernte wird wohl auch nur wenig finanzielle Mittel in die Kassen spülen – die Trockenheit war einfach zu lange anhaltend. Der Anbau von Monokulturen und die alleinige Weidetierhaltung werden mehr und mehr zum Problem, bestätigen Experten. Alternativen müssen her.

Mit den 290 Sonnenstunden im Juli steuert das Jahr 2018 wohl auf einen Rekordwert in dieser Statistik zu. Seit Februar schien die Sonne in jedem Monat überdurchschnittlich viel.

Der Trend geht zu mehr Hitze, weil unsere Wettermaschine, der Jetstream, immer häufiger ins Stocken gerät und somit Hochs und auch Tiefs oft über Wochen ortsfest über Europa verharren – sicher auch eine Folge des Klimawandels.

(hib)