Einen Tag ohne Messergebnis gibt es nicht. Das sagt Enrico Schnick, der gemeinsam mit seinem Vater Bernd Bigalke seit dem Jahr 2014 für den Deutschen Wetterdienst (DWD) Daten sammelt. In ihrem Garten in Klein Bademeusel haben sie dafür eine Messstation eingerichtet. Genauer gesagt handelt es sich dabei um einen Zylinder, in dem über einen Trichter der aufgefangene Niederschlag in einen Auffangbehälter geleitet wird.
Die Station ist Teil eines deutschlandweiten Netzwerkes des DWD, der damit flächendeckend verschiedene Wetterdaten erfasst.

Nur an vier April-Tagen Niederschlag in Klein Bademeusel

So ist bei den beiden Hobby-Meteorologen vor allem eines gefragt: Zuverlässigkeit. „Es gab bisher keinen Tag, an dem wir keine Ergebnisse übermittelt haben“, berichtet Enrico Schnick. Der Inhalt des Auffangbehälters wird dabei täglich in einen Messzylinder gegeben. Dort kann in der Regel Bernd Bigalke dann ablesen, wieviel Niederschlag es in den letzten 24 Stunden gegeben hat. „Die Daten geben wir dann per Computer weiter“, so Enrico Schnick.
Was in diesem April dort eingetragen wurde, hat die beiden Wetterfrösche dann schon überrascht – und auch ein wenig nachdenklich gestimmt. Gerade einmal an vier Tagen wurde laut Enrico Schnick überhaupt Niederschlag gemessen. Am Ende kamen 1,3 Liter beziehungsweise Millimeter zusammen.
„Im Sommer haben wir so niedrige Werte schon erlebt, aber bislang noch nie so zeitig im Jahresverlauf“, sagt Schnick. Die Folgen könne jeder beim Blick in die Wälder sehen. „Dort ist es viel zu trocken, vor allem Kiefernbestände drohen großflächig abzusterben, wenn dann auch noch der Borkenkäfer sein Unwesen treibt“, betont Schnick.

Seit 1963 wird in Klein Bademeusel der Niederschlag gemessen

Dabei gab es Zeiten, da wusste man in Klein Bademeusel nicht wohin mit dem ganzen Wasser. Zum Beispiel im August 1978. Da fielen stolze 113,3 Liter Regen – an einem Tag, wohlgemerkt, nicht in einem Monat.
Seit dem Jahr 1963 wird in Klein Bademeusel Niederschlag gemessen, die Werte sind seit 1969 in der Datenbank des DWD vorhanden. Lediglich zwischen 2008 und 2014 gab es keine Messstation.
Die höchste Jahressumme gab es in diesem Zeitraum übrigens im Jahr 1981: 830 Millimeter Niederschlag wurden damals gemessen. Die höchste Monatssumme kann laut DWD-Statistik der August 2002 für sich verbuchen: mit 187,2 Millimeter.