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| 16:31 Uhr

Ein Monat der Wetterrekorde
Heißer Juni 2019 knackt gleich mehrere Rekorde

 Roggenfeld bei Klein Jamno: Die Pflanzen lechzen nach Wasser. Nur 31 Liter fielen im Juni in Forst. Gleichzeitig war der Monat fünf Grad heißer als normalerweise üblich. Und es gab noch weitere Rekorde.
Roggenfeld bei Klein Jamno: Die Pflanzen lechzen nach Wasser. Nur 31 Liter fielen im Juni in Forst. Gleichzeitig war der Monat fünf Grad heißer als normalerweise üblich. Und es gab noch weitere Rekorde. FOTO: Heido Briesemann
Spree-Neiße. Nach dem kühlsten Mai seit 28 Jahren folgte nun der wärmste Juni seit 1880 in der Region um Forst.

Kaum war der Wechsel vom Mai zum Juni vollzogen, herrschte auch endlich Sommerwetter. Das Hoch „Queenie“ versorgte die Lausitz mit heißer Luft aus Spanien. Die Folge: Viel Sonne und noch mehr Wärme. Vier heiße Tage (Höchstwert 34,2 Grad am 4. Juni) ließen Mensch und Tier schwitzen. Mit Tief „Heiko“ kamen dann Gewitter und zu Pfingsten eine leichte Abkühlung.

In den Folgetagen gab es in Europa eine extreme Zweiteilung beim Wetter. Während es in Osteuropa, einschließlich der Lausitz, bis zur Monatsmitte schwül und heiß herging, herrschten im Westen teils nur 13 Grad und Regenschauer. Da die Luftmassengrenze genau über Deutschland lag, entluden sich auch in unserer Region fast täglich schwere Gewitter, mit zum Teil hohem Unwetterpotential.

Die eigentlich im Juni laut Bauernweisheit vorkommende „Schafskälte“ zwischen 4. und 20. Juni, ein Kaltlufteinbruch aus Norden, blieb 2019 völlig aus. Im Gegenteil: Die Hitze dauerte mit kurzen Unterbrechungen an. Wärme und Regen sind die ideale Kombination, um Obst und Gemüse reifen zu lassen. Von Süßkirschen über Johannisbeeren bis zu Kohlrabi und Pflücksalat, die Kleingärtner konnten bereits Mitte Juni aus dem Vollen schöpfen.

Mitte des Monats brachte das Ostseehoch „Tale“ ruhiges Sommerwetter in die Lausitz. Bei weiter sehr hohen Temperaturen blieb es trocken. Heiße Saharaluft ließ dann in der vierten Juniwoche die Temperaturen auf neue Rekordwerte steigen. Denn nicht nur die gemessenen 38,2 Grad am 26. Juni, sondern auch die 18 Hitzetage (über 30 Grad), das Monatsmittel von 22,8 Grad (fünf Grad über Normal!) sowie die 335 Sonnenstunden bedeuteten neue Forster Rekorde für den ersten Sommermonat eines Jahres.

Nur einmal, am 8. Juni, schaffte es das Thermometer nicht auf einen Sommerwert und blieb bei 23,1 Grad stehen. Der so dringend benötigte Regen fiel in Form von gewittrigen Schauern nur an fünf Tagen. Die 31 Millimeter waren bei dieser Hitze nur die berühmten Tropfen für die durstende Natur.

Die Wetterlage um den „Siebenschläfertag“ (27. Juni) soll ja bekanntlich mehrere Wochen anhalten. Wir sollten hoffen, dass es eine Ausnahme von der Regel gibt, denn bei der anhaltenden Trockenheit und Hitze werden Natur und Landwirtschaft weiteren Schaden nehmen.

(hib)