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Westumfahrung ist drin

Forst.. Nur durch den Wegfall der Südumfahrung von Spremberg ist die geplante Westumfahrung von Forst in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans gekommen. Das machte gestern der Sprecher der brandenburgischen SPD-Bundestagsabgeordneten, Jörg Vogelsänger, deutlich. Von Jürgen Scholz

Vogelsänger sieht gute Chancen für eine Umsetzung des Vorhabens. Dabei verwies der Frankfurter Abgeordnete auf den vorangeschrittenen Vorbereitungsstand für die westliche Ortsumfahrung von Forst. Ob die 6,5 Kilometer lange Strecke, die mit Kosten von 10,9 Millionen Euro veranschlagt ist, tatsächlich gebaut werde, so Vogelsänger, hänge auch davon ab, ob es einen Konsens in der Region gebe.
Die Ortsumfahrung war ursprünglich nicht im Bundesverkehrswegeplan vorgesehen. Mit einem Stadtverordnetenbeschluss ließ sich CDU-Bürgermeister Gerhard Reinfeld den Auftrag geben, sich für eine Aufnahme in den Plan einzusetzen. Gleichzeitig war dies ein politisches Signal in Richtung des Bundesverkehrsministeriums. Da die Westumfahrung nun im vordringlichen Bedarf gelistet ist, sieht Vogelsänger gute Chancen für eine Umsetzung innerhalb der Laufzeit bis 2015.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Dietmar Woidke nannte die Westumfahrung „sinnvoll“ . Ansonsten müsse damit gerechnet werden, dass die Nordumfahrung, die den Grenzübergang Sacro anbinde, „in der Luft hängt“ . Auch dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass im Falle einer Blockierung des Autobahngrenzübergangs „wir uns das Verkehrschaos in die Stadt holen“ . Wenn die Autobahnmaut eingeführt ist, wäre auch nicht auszuschließen, dass Spediteure aus Weißrußland und der Ukraine, die „wenig Geld, aber viel Zeit“ haben, ihre Fahrzeuge auf die Bundes- und Landesstraßen umleiten. Die Autobahn ist von der Bundesgrenze aus nur bis in Höhe des ehemaligen Flugplatzes Preschen mautfrei. Auch aus diesem Grund forderte Woidke die Bundestagsabgeordenten Vogelsänger und Wilfried Schreck auf, sich für einen Autobahnanschluss am ehemaligen Flugplatz einzusetzen, wo eine Verknüpfung zwischen Straßen- und Schienenverkehr geplant ist (RUNDSCHAU berichtete). Dafür müsste nach Ansicht Vogelsängers auch nicht der Bundesverkehrswegeplan infrage gestellt werden.

Hintergrund Forst nicht durchsetzbar
 Neben dem Ausbau der Bahnstrecken Berlin - Frankfurt und Berlin - Cottbus - Görlitz sei eine Berücksichtigung der Bahnstrecke Cottbus - Forst im Bundesverkehrswegeplan nicht durchsetzbar gewesen, meinte Jörg Vogelsänger, Sprecher der brandenburgischen SPD-Bundestagsabgeordneten.