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Westumfahrung für Polen attraktiv

Mit einer Nordwestumfahrung könnte der Grenzübergang Forst-Sacro auch für den Lkw-Verkehr freigegeben werden.
Mit einer Nordwestumfahrung könnte der Grenzübergang Forst-Sacro auch für den Lkw-Verkehr freigegeben werden. FOTO: Guckland
Forst. Pläne für eine Nordwestumfahrung sind offenbar aktueller denn je. Die Stadt Forst setzt dabei weiter auf den Verkehrswegeplan 2015 und auf die polnische Seite. Denn die ist laut Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP) stark an der Strecke interessiert. Kommt sie, dürften auch weniger Lkw durch die Stadt rollen. Jürgen Scholz

Die Chancen für eine Nordwestumgehung stehen offenbar so gut wie noch nie. "Forst braucht diese Umgehungsstraße", sagt Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP). "Die polnische Seite hat ein großes Interesse daran, die Trasse über Forst zu stärken", so der Bürgermeister, der in dieser Frage im regen Kontakt mit der polnischen Seite steht.

Gemeint ist die Strecke Zielona Gora, Lubsko, Zasieki, Forst bis Cottbus. Nach Ansicht Goldschmidts wird diese Trasse künftig an Bedeutung gewinnen und damit Auswirkungen auf Forst haben. Er verweist dabei auch auf die Änderung an Straßen durch den Tagebau Jänschwalde Nord. "Mit den Arbeiten dort werden sich die Verkehre und Trassen ändern", so Goldschmidt. Deshalb setzt er auf den Bundesverkehrswegeplan 2015, bei dem die Forster Umgehungsstraße angemeldet ist.

Die Idee für die Westumfahrung geht auf das Jahr 2001 zurück. Seitdem laufen Diskussionen. Auch eine Trasse ist seit der Stadtverordnetenversammlung im Jahr 2001 schon im Gespräch. Die insgesamt 6,5 Kilometer lange Strecke könnte an der Nordumfahrung vom Grenzübergang Sacro von der Einmündung in die B 112 abzweigen und am Ortsteil Eulo und hinter Noßdorf vorbei kurz vor der Autobahnanschluss-Stelle in die Umgehungsstraße einmünden. Die damals geschätzten Kosten belaufen sich auf elf Millionen Euro.

Die Strecke ist laut Forster Bauamt immer noch aktuell. Allerdings würde sich wohl dennoch einiges in den Planungen ändern. Auch die Kosten dürften inzwischen höher ausfallen. Mit der Umgehung soll der Grenzübergang Sacro für Lkw geöffnet werden. Auch darauf drängt die polnische Seite. Vor allem aber würde die Planung mit den Forster Brücken-Ideen zusammenpassen. Denn nach wie vor hält Goldschmidt an der Überlegung für die Neiße-Überquerungen in der Stadt fest. Nach 2020 soll es möglichst wieder eine richtige Brücke am Platz der früheren Langen Brücke geben, wie der Bürgermeister erklärt. Die wäre dann natürlich für den Lkw-Verkehr geschlossen.

Die Planungen für den Kegeldamm und das Neißevorland waren so, dass ein entsprechendes Bauwerk angeschlossen werden kann. Die Großbaustelle Kegeldamm soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden. Eine Fußgängerverbindung könnte zudem schon vorher über die Neiße geschlagen werden. Im Gespräch ist eine Art neuer Seufzersteg ab dem Jahr 2017.